Internationaler Supreme Champion
Nebo Rachel

International
Welsh Showtime

Internationale
Welsh-Schau
23. bis 24. August 2003 in Aachen
von Eberhard Holin
Fotos copyright bei E.Holin
Vor wenigen Tagen fand auf dem weltbekannten Gelände des Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. die 14. Internationale Welsh-Schau statt. Ins Aachener Länder-Dreieck von Belgien, Deutschland und Holland, ins Herz Europas, hatte das Internationale Komitee der Welsh Pony and Cob Society in Absprache mit der IG Welsh das im zweijährigen Rhythmus stattfindende Internationale Welsh-Festival nach Deutschland vergeben; nicht nur unter dem Aspekt einer optimalen Verkehrsanbindung eine gute Wahl, ist doch die Welsh-Zucht seit über 30 Jahren in Belgien, Holland und Deutschland Zuhause. So hatten denn zahlreiche Züchter aus den Anrainerstaaten mit ihrem Anhang den Weg in die Soers gefunden. Trotz der weiten und kostspieligen Anreise waren auch Züchter und Welsh-Enthusiasten aus England, Luxemburg, Frankreich, der Schweiz, Österreich, Schweden, Dänemark und Tschechien nach Aachen gekommen, um das Ambiente einer Internationalen Schau zu erleben und sich über den internationalen Rassestandard in der Welsh-Zucht zu informieren. Um diesen züchterischen Ansprüchen zu genügen, war das Richtergremium mit Welsh-Experten aus Wales/England, Schweden, Holland und Belgien entsprechend gut besetzt.

Nach dem Desaster der Maul- und Klauenseuche im Jahre 2001 hatten in diesem Jahr Ende Juli die Beschickerzahlen der Royal Welsh Show bei fast allen Sektionen frühere Höchststände wieder erreicht und teilweise deutlich überschritten. So waren denn die Veranstalter, Aussteller und die internationale Welsh-Gemeinde sehr gespannt, ob sich dieser Aufwärtstrend auch auf dem Kontinent fortsetzt und welche "Eyecatcher" die Waliser international präsentieren würden.

Zuchtschau fest in Waliser Hand
Mit Ausnahme bei den Welsh-Partbreds lagen die Championate fest in walisischer/englischer Hand. Mit der 6-jährigen braunen Welsh-C-Stute Nebo Rachel v. Nebo Daniel hatte Owen Jones eines seiner soliden Aushängeschilder mit nach Aachen gebracht. Auf der Centenary Show 2002 hatte sie noch in ihrer Klasse an dritter Stelle gestanden und auf der NPS war sie Reserve Champion C geworden. Auf der RWAS 2003 hat sie dann ihre Klasse gewonnen, und am vergangenen Wochenende krönte sie ihre Schaukarriere mit den Titeln des Sektionssiegers C und des Internationalen Supreme Champions (Sieger der Schau).


Blackhill Picalo
Reserve Supreme Champion

Pinewell Bucks Fizz
Jugendsieger Sektion A
Welsh-As
Auch der 13-jährige Welsh-A-Hengst Blackhill Picalo, ein Rotschimmel, ist in Wales nicht unbekannt. Auf der Centenary Show war er Siegerhengst A und Reserve Champion A, und auf der RWAS 2003 hatten ihn viele als Klassensieger bei den älteren Welsh-A-Hengsten gesehen, bis ihm Friars Super Ted von der Richterin Mrs J. Price vom Courtway-Gestüt vor die Nase gesetzt wurde. Auf der Royal stand hinter Picalo Dukeshill Magnum, der Klassensieger und Reserve Champion A des Vorjahres. Von Colin Tibbey erneut wieder optimal vorgestellt, wurde er jetzt Sektionssieger A und Internationaler Reserve Supreme Sieger. Auch der Internationale Jugendsieger Pinewell Bucks Fizz, ein Sohn des Picalo, hatte auf der RWAS die Klasse der 2-jährigen Hengste gewonnen.

Das Three-B-Gestüt konnte mit Three-B Tybreak und Three-B Campion einen zweiten und mit Three-B Ballerina einen dritten Platz erringen. Auch in der 13-köpfigen Hengstklasse kam Three-B Brian auf den dritten Platz. H-S Adrian, hochdekorierter A-Hengst früherer Regional- und Bundesschauen, kam in dieser Klasse auf Platz fünf. Auf Platz acht stand Glyncoch Peter Pan, noch Ende Juli Zweiter in der Klasse der 4-7-jährigen Welsh-A-Hengste auf der RWAS.

Auf der Schau wurden insgesamt 70 Welsh-As vorgestellt, davon waren 25 in Deutschland gezogen.


Douthwaite Signwriter
Sektionssieger B

Moelgarnedd Myrddin
Jugendsieger Sektion B
Welsh-Bs/Welsh-Cs
Sektionssieger Welsh-B wurde der von Len Bigley vorgestellte12-jährige Schimmel Douthwaite Signwriter v. Twyford Signal. Von 18 vorgestellten Welsh-B-Hengsten wurde er Klassensieger vor dem ebenfalls aus GB stammenden Cwrtycadno Taliesin. Erst an 11.,13.,16. und 17. Stelle folgten in Deutschland gezüchtete B-Hengste. Signwriter war auf der RWAS 2003 Klassensieger und Reserve Siegerhengst Welsh-B. Auf der Centenary Show wurde er Champion B. Auch für die Internationale Schau konnte die ansehnliche Zahl der Welsh-B-Hengsthalter speziell aus den Zuchtgebieten Weser-Ems und Hannover zur Teilnahme leider nicht animiert werden. Frankenbach Cat`s Pilar kam in der Fohlenklasse und Frankenhöh`s Sunlight bei den 3-jährigen B-Hengsten auf den zweiten Platz.

Auf der Internationalen Schau stellten sich 62 Bs der Konkurrenz, davon waren 18 in Deutschland gezogen.

In den teilnehmerstärkeren C-Klassen dominierten Cs aus GB oder den anderen europäischen Staaten. Die von Michael Schmidt vorgestellten und in Deutschland gezogenen Deroks Lady Janet und Golden Moonlight errangen gegen starke ausländische Konkurrenz in ihren Klassen jeweils gute zweite Plätze.

Insgesamt waren 43 Cs vorgestellt worden, davon waren 21 von deutschen Züchtern gezogen.

Felinmore Triple Crown
Sektionssieger D
Welsh-Ds
Sektionssieger Welsh-D wurde der 4-jährige Fuchshengst Felinmor Triple Crown von Blaengwen Brenin. Auf der RWAS 2002 hatte er den zweiten Platz bei den 3-jährigen Hengsten belegt und auf der Centenary Show war er Klassensieger und Youngstock-Siegerhengst geworden, außerdem hatte er auf der Lampeter Show in seiner Klasse den zweiten Platz gewonnen, ebenso auf der Glanusk Welsh-Zuchtschau. Auf der Northleach Welsh-Zuchtschau schmückte er sich mit der Schleife des Youngstock Champion D und der Schärpe des Reserve Overall Youngstock Champion.

In der 8-köpfigen Klasse der Jährlingshengste kam Meisterhof`s Mogli v. Menai Sparkling Magic auf den dritten und bei den Jährlingsstuten Deroks Lady Morgaine auf den ersten und H-S Indian Girl auf den dritten Platz. In der 5-Teilnehmer zählenden Klasse der 3-jährigen Stuten und Wallache konnte die Familie Clement mit Little Farm Meg und Little Farm Bee die ersten beiden Plätze belegen. In der mit 18 Teilnehmern stärksten Klasse der 4-jährigen Stuten ohne Fohlen und Wallache kam mit der von Kai Wassermann erfolgreich gefahrenen Bimberg Nana v. Zeus of Stowell der erste in Deutschland gezogene Cob auf den siebten und Bimberg Nerissa auf den 10. Platz. Hinter dem in Belgien gezogenen und späteren Internationalen Fohlensieger Armanis Diplomat kamen in der 15 Teilnehmer zählenden Fohlenklasse Little Farm Mattie/Z. Familie Clement, Little Home Lady Morgane/Z. Michael Voihs, Zest Mister Right/Z. Familie Albrecht und Chery Caeris/Z. Familie Rosenthal auf die Plätze 2-5. In der 10-köpfigen Klasse der 4-jährigen und älteren Hengste kam als bester in Deutschland gezogener Cob-Hengst Chery Bronco v. Bimberg Boyo/ Bes. FamilieNutz, auf den vierten Platz, gefolgt von Nebo Charles/Bes. Christina Roters und H-S Marius/Bes. Familie Nutz.

In den Cob-Klassen wurden insgesamt 80 Tiere vorgestellt, davon waren 48 in Deutschland gezogen.

FS Golden Highlight
Internationaler Supreme
Sieger Welsh-Partbred
Welsh-Pbs
Die Vorstellung der Welsh-Partbreds entwickelte sich für die deutschen Gastgeber recht erfreulich. Mit dem 6-jährigen Palominohengst FS Golden Highlight, im Besitz von Josef Wilbers/Weeze und FS Do It, im Besitz des Ferienhofs Stücker/Weeze, wurde Züchtern und Zuschauern die imponierende erste Sahne der rheinischen Reitpony-Zucht vorgestellt.
Beide Tiere wurden Klassensieger (FS Do It gegen 18 Konkurrenten), Sieger Welsh-Partbred u. Reserve und schließlich schmückte sich FS Golden Highlight mit der Schärpe des Internationalen Supreme Siegers Welsh-PB, FS Do It wurde auch hier Reserve Sieger.

Von den 45 ausgestellten Welsh-Pbs waren nur sieben nicht in Deutschland gezogen. So stellten denn auch deutsche Züchter bis auf Vegelin`s Equita, NL, bei den Pbs insgesamt acht Klassensieger.

Welsh-Pb-Stute Bali mit Fohlen Bahia
Die Klassen mit den größten Teilnehmerzahlen waren:
  • Klasse Nr.7, 4-jähr. und ältere Welsh-A-Stuten ohne Fohlen, u. Wallache,
    15 Teilnehmer
  • Klasse Nr.20, 4-jähr. u. ältere Welsh-B-Hengste,
    18 Teilnehmer
  • Klasse Nr.37, 4-jähr. u. ältere Cob-Stuten ohne Fohlen, und Wallache,
    18 Teilnehmer
  • Klasse Nr.47, 4-jähr. u. ältere Welsh-Partbred-Stuten ohne Fohlen, und Wallache,
    19 Teilnehmer

Abschließende Bemerkungen
Kein Zweifel, die in Aachen ausgerichtete 14. Internationale Welsh-Schau gehört sicherlich zu den gelungenen Welsh-Schauen, an die man sich gern zurückerinnert. Die Organisation und das Ambiente entsprachen den Ansprüchen an eine internationale Schau, die ja in gleicher Weise die Mitglieder der nationalen Welsh-Organisationen neu mobilisieren und neue Freunde mit der Rasse Welsh bekannt machen soll. Der erste Teil dieser Zielsetzung wurde erreicht. Man kann davon ausgehen, dass nicht nur die Waliser sondern auch die Welsh-Freunde aus den übrigen Ländern ein positives Bild von der deutschen Gastfreundschaft und dem Drumherum des Schaugeschehens mit nach Hause genommen haben. Diese Zufriedenheit gilt nach meiner Einschätzung auch für die IG-Mitglieder.

Professionelle Pressearbeit?
Ob der zweite Teil der Zielsetzung - Mobilisierung und Erschließung neuer Interessengruppen für die Rasse Welsh - durch die Internationale Schau erreicht wurde, ist eine Frage, die man im Anschluss an diese Kraftanstrengung schon beantworten sollte. Natürlich ist diese Werbung noch nicht abgeschlossen. Es ist jedoch zu befürchten, dass diese Schau, genau wie die vorjährige IG Bundesschau, die ja als Pilotveranstaltung für die Internationale Schau konzipiert und verstanden werden sollte, einen ebenso kläglichen Niederschlag und magere Würdigung in der öffentlichen Darstellung erfahren wird, wie die zentrale Welsh-Schau des Vorjahres. Wie kann es passieren, dass von der vorjährigen Bundesschau nur eine ganz kleine und kümmerlich geratene Berichterstattung in Rheinlands Reiter und Pferde zu finden war? Im Vorjahr ist die IG Welsh weit unter ihren Möglichkeiten geblieben.

Inwieweit sind in Vorbereitung auf die Internationale Schau die lokale Aachener Presse und die der umliegenden größeren Gemeinden involviert gewesen? Nur eine magere Terminveröffentlichung in den überregionalen Pferde-Magazinen genügt sicher nicht, um neue Adressatengruppen als neugierige Zuschauer und potentielle Welsh-Fans zu gewinnen. Fest steht, dass das Publikum der Internationationalen Welsh-Schau in der Hauptsache aus dem Tross der Aussteller bestanden hat. Auch bei dieser Schau ist die Welsh-Gemeinde weitgehend unter sich geblieben.

Ein Blick auf die Ergebnisliste macht deutlich, wo die deutsche Welsh-Zucht im Vergleich zu der walisischen und den übrigen Welsh-Zuchten einzuordnen ist. Natürlich haben es Nachzuchten immer schwer - trotz ständiger Importe - den Rassetyp des Ursprunglandes zu erhalten. Das hängt mit den "ganz anderen klimatischen, Haltungs- und Zucht-Bedingungen" (Zech, 1995/2000) und mit dem Verwendungszweck der Tiere zusammen. Je stärker der Einsatz der Tiere im Sport erfolgt - auch wenn er sich nur auf den Freizeitbereich reduziert - desto nachhaltiger wird sich auf Dauer auch aus diesem Grunde der ursprüngliche Typ verändern. Insofern haben es die Nachzuchten auf dem Kontinent immer schwer mit den Zuchtprodukten des Ursprunglandes in Typ und Ausstrahlung zu konkurrieren, obwohl unter dem Druck zur Vermarktung in Wales die Frage nach der Verwendung der Tiere im Sport immer stärker wird. Die Beachtung des Rassetyps hat für die überwiegende Zahl der walisischen RichterInnen ausschlaggebende Priorität.

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Nicht nur unter Marketingaspekten sollte man unter Verantwortlichen und Züchtern das dümmliche Gerede von den Cob-Hengsten als der "Königsklasse" unterlassen. Auf der Internationalen Schau waren insgesamt 10 ältere Cob-Hengste, gegenüber 13 älteren Welsh-A-Hengsten und 18(!) Welsh-B-Hengsten angetreten. Was wäre diese Internationale Schau ohne die "Klasse" der in Deutschland gezogenen Welsh-Partbreds gewesen? Nicht nur in der Zuchtschau haben unsere Welsh-Partbreds eine vorzügliche Vorstellung geliefert, und Welsh-Partbreds - die wenig geliebte Spezies der IG Welsh - sind allemal nicht nur für den Einsatz im Freizeitreiterbereich bestens geeignet, oder?

Ergebnisliste

Internationaler Supreme Sieger
International Supreme Champion
Nebo Rachel, GB, Reserve Blackhill Picalo, GB

Internationaler Supreme Sieger Welsh-Partbred
International Welsh Partbred Champion

FS Golden Highlight, D Reserve FS DO It, D

Internationaler Sektionssieger
International Adult Champion

Nebo Rachel, GB Reserve Blackhill Picalo, GB

Internationaler Jugendsieger
International Junior Champion

Pinewell Bucks Fizz, GB Reserve Moelgarned Myrddin, GB

Internationaler Fohlensieger
International Foal Champion

Armanis Diplomat, B Reserve Dream Team's Kadance-P, NL

  • Sektionssieger A
    Adult Champion Section A
    Blackhill Picalo, GB Reserve Vechtzich's Honey, NL
    Jugendsieger Sektion/A Junior Champion Section A
    Pinewell Bucks Fizz, GB Reserve Tiffwyl Tia, GB

  • Sektionssieger B
    Adult Champion Section B
    Douthwaite Signwriter, GB Reserve Cwrtycadno Taliesin, B
    Jugendsieger Sektion B/Junior Champion Section B
    Moelgarnedd Myrddin, GB Reserve Hoekhorst Sweet Sonata, NL

  • Sektionssieger C
    Adult Champion Section C
    Nebo Rachel, GB Reserve Thers Lucky Lady, DK
    Jugendsieger Sektion C/Junior Champion Section C
    Perrygrove Sunrise, GB Reserve Llanidan Heli, B

  • Sektionssieger D
    Adult Champion Section D
    Felinmor Triple Crown, GB Reserve Geler Liewellyn, B
    Jugendsieger Sektion D/Junior Champion D
    Fronarth Falmai, GB Reserve Geler Sparc, B

  • Sieger Welsh-Partbred
    Adult Champion Welsh Partbred
    FS Golden Highlight, D Reserve FS Do It, D
    Jugendsieger Welsh-Partbred/Junior Champion WP
    Erf-Montana, D Reserve Vegelin's Equita, NL
Quelle: Kai Wassermann, Homepage der IG Welsh, dort weitere Ergebnisse