Dritte Deutsche Meisterschaft der Fahrer mit Behinderung

von Jutta Lehmeyer
Deutscher Meister

Werner Borgmann

Foto: privat
Vier Fotos copyright E.Holin
Im brandenburgischen Gröditsch fand vom 12.09. bis 14.09.2003 die dritte Deutsche Meisterschaft für behinderte Einspännerfahrer statt.

Nachdem ein anderer namhafter Veranstalter wegen technisch-organisatorischer Probleme noch im März die Ausschreibungsunterlagen an das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten zurückgeben musste, sprang der Fahr-, Reit- und Zuchtklub Gröditsch mit seinem engagierten 1. Vorsitzenden Horst Lammert kurzerhand ein.

Parallel zu den Landesmeisterschaften der Einspänner in Berlin-Brandenburg und den Kreismeisterschaften des Landkreises Dahme-Spreewald richtete der rührige Verein die Deutsche Meisterschaft der Fahrer mit Behinderung aus und bot alles auf, um diesen Meisterschaften einen würdigen Rahmen zu verleihen.

Ein exzellent ausstaffiertes und gepflegtes Turniergelände und eine äußerst liebevolle Ausstattung und Betreuung waren die beste Grundlage für das Wohlergehen von Pferd und Fahrer. Da diese DM gleichzeitig auch als Sichtungsturnier für die nächste WM im Mai 2004 in Edinbourgh galt, waren alle FahrerInnen zusätzlich motiviert und so gab es an allen 3 Tagen sehenswerten Sport.


2. Platz für Bernhard Bücker,
hier mit Judith Knüver


3. Platz für Heiner Lehrter

Ausgefahren wurde, wie auch in den vorhergehenden Jahren, ein Deutscher Meistertitel, ohne Unterscheidung nach der Schwere der Behinderung. Durch den besonderen Bewertungs-modus, werden die Prüfungen Dressur und Hindernisfahren doppelt gewichtet, die Prüfung Marathonfahren aber nur einfach. So können die stärker behinderten Fahrern durch eine gute Vorstellung in den weniger kraft- und körperbetonten Prüfungen einen guten Grundstock für ein erfolgreiches Abschneiden in der kombinierten Wertung legen.

4. Platz für
Karl-Heinz Käsken
Auch mit dabei:
Silke Harde mit Opal

Starkes Duell in der Spitzengruppe
Von Beginn an lieferten sich vier Fahrer ein heißes Duell: Vorjahresmeister Bernhard Bücker, Behinderung durch Kinderlähmung, Emsdetten, mit Kurbaums Flop (Welsh-C) und Beifahrer Christian Niehoff gewann am Freitag die Dressur vor dem amtierenden Einzel- und Mannschaftsweltmeister Karl-Bernd Käsgen, Querschnittlähmung, Nassen, mit Concerto Grosso und Beifahrerin Eva Hübbe, gefolgt von Werner Borgmann, Erbsche Lähmung, Westbevern mit Riva B und Sohn Thorsten als Beifahrer und dem Mettinger Heiner Lehrter, contergangeschädigt, mit Cholin S (Welsh-PB)und Ehefrau Sabine. Genau umgekehrt sah die Platzierung im Marathon aus: hier gewannen Heiner Lehrter, jetzt mit Beifahrer Peter Lehmeyer, und Werner Borgmann punktgleich vor Karl-Bernd Käsgen und Bernhard Bücker.

Die endgültige Entscheidung musste also am Sonntag fallen. In dem für die kombinierte Wertung entscheidenden ersten Umlauf des Hindernisfahrens lag Werner Borgmann knapp vor Bernhard Bücker, beide 0 Fehler, gefolgt von Heiner Lehrter, Annegret Greunke, Lähmungen nach Schlaganfall, Hamburg, mit Feuergold und Karl-Bernd Käsgen.

Ergebnisse der DM 2003
1.Pl. Werner Borgmann
2.Pl. Bernhard Bücker
3.Pl. Heiner Lehrter
4.Pl. Karl-Bernd Käsgen.
Im anschließenden Stechen konnte B.Bücker die Einzelprüfung Hindernisfahren noch für sich entscheiden.

Zufrieden mit ihren Leistungen waren auch Sielke Harde, Querschnittlähmung, Welver, die nach einigen schweren Handoperationen im vergangenen Jahr schon fast wieder an ihre alten Leistungen anknüpfen konnte (Opal/Welsh-B) und Ewald Varelmann, Muskelschwund, Riesenbeck, der ungeplant sein erst im Frühsommer erworbenes Pferd Puschkin anspannen musste und noch ein paar Probleme in der Feinabstimmung hatte.

Pech dagegen hatten zwei weitere Fahrer: Zusätzlich behindert durch einen Gips am rechten Mittelfinger verlor Andreas König, schwere Brandverletzungen, Brandenburg, in der Dressur eine Leine und verfuhr sich anschließend in der Prüfung. Markus Beerhues, Querschnittlähmung, Langenberg, fuhr sein Gespann im ersten Hindernis der Marathonprüfung fest, musste im Hindernis wenden und durchfuhr dadurch ein falsches Tor.

Kontakt:
Jutta Lehmeyer, Pressesprecherin der IG Fahren für Menschen mit Behinderung,
An der Zechenbahn 49, 49477 Ibbenbüren Tel.: 05451/15979
Konto 3148103 BLZ 40351060