Die Münchener Erklärung der
kontinentalen Zuchtverbände
und die IG Welsh
von Eberhard Holin
Nun ist das nicht mehr Erwartete doch noch geschehen. Seit einigen Tagen steht der von der FN besorgte Originaltext der Resolution auf der Website der IG, zusammen mit Hintergrund-Informationen und einer abgespeckten deutschen Übersetzung, ebenfalls von der FN. Das Paket wird mit einer Bemerkung abgeschlossen, über deren Tragweite und negative Auswirkungen sich die ungenannte Autorin (wahrscheinlich die Chefredakteurin der Website) offenbar nicht im Klaren ist.

Dort heißt es:

Mit entwaffnender Offenheit wird hier die Katze aus dem Sack gelassen. Es wird um Verständnis gebeten, dass der Vorstand der IG bis jetzt keine Stellungnahme zu dem Problemkomplex abgegeben hat, und auch in Zukunft nicht abgeben wird, weil
  • die IG selbst kein Zuchtbuch führt.
  • die IG zur europäischen Rechtsprechung keinen Zugang hat, da sie sich nicht zu den Experten europäischer Rechtsprechung zählt.

Die IG sieht sich also zur Zeit nicht in der Lage, ihren Mitgliedern eine eigene IG-Position in dieser Angelegenheit vorzustellen und zu begründen. Sie bietet wohl bei Bedarf eine Beratung auf niederem Level an - "soweit es uns möglich ist, Fragen zu diesem Thema zu beantworten" - , ansonsten soll man abwarten oder man kann sich in ganz dringenden Fragen an die FN wenden.

Wer keinen eigenen Standpunkt hat, der sollte auch keine Bewertung vornehmen, das ist eine Binsenwahrheit. Wer will dieser Erkenntnis widersprechen? Es stellt sich aber die Frage:

  • Welche Statements geben dann die Vertreter der IG zu den angesprochenen Problematiken im Rasse-Parlament und sonstwo ab, wenn die IG selbst in der Sache keinen eigenen Standpunkt beziehen kann - weil sie keinen hat - oder keinen beziehen will, weil sie zwischen der WPCS und der FN hin und her eiert, um es mit keiner Seite zu verderben?

Die Folgen
An der Behandlung der durch die Resolution aufgeworfenen Probleme wird deutlich, dass die IG Welsh als nur "kleines Licht" wahrgenommen wird, dass sie aber auch so verstanden werden will. In einer wichtigen Angelegenheit, welche die Mitglieder der IG tangiert, kann die IG Welsh keinen eigenen Standpunkt beschreiben. Die Materie ist ihr zu vielschichtig, zu kompliziert und viel zu groß (Trifft diese Feststellung auch auf die Merkwürdigkeit zu, dass, dass der Vorstand der IG bis heute immer noch keine Bewertung der Ergebnisse der Internationalen Schau vorgelegt hat?).

Eine fadenscheinige Begründung - da wir selbst kein Zuchtbuch führen, "steht es uns nicht an in dieser Angelegenheit eine Wertung abzugeben". Aber die IG Welsh müsste doch wenigstens ihre eigenen Wünsche bzw. die ihrer Mitglieder formulieren können, das ist doch die einfachste Stufe von Verbands- und Vorstandsarbeit. Stattdessen verkriecht sie sich hinter der FN und rät zum Abwarten. Mehr fällt ihr in dieser Situation nicht ein, und dass sie weiter informieren will (sicher auf dem bisher gewohnten Level).

Aus Ängstlichkeit und Unsicherheit, aus Nichtwissen und Verbandsverfilzung ist eine Situation entstanden, von der sich die IG Welsh nach Außen aber auch nach Innen nur schwer erholen wird. Durch den Verzicht auf jegliche eigene Gestaltung wird jedes eigenständige Vereinsprofil auf Dauer gegen Null gefahren. Abflachende Motivation der Mitglieder und Verlust an öffentlicher Reputation sind weitere Folgen.

Auf diese Bankrotterklärung hätten viele gern verzichtet.