Ralf Figge und seine Welsh-C-Ponys
in der Dressur (Greven 05)

 

Neuer NRW-Meister
bei den
Vierspänner-Ponys


Gold für Ralf Figge aus Welver



Text und Fotos von Eberhard Holin

Als krönenden Abschluss der Fahrsaison 2005 hatte der RFV St. Georg Haldern in Rees-Haldern zu den diesjährigen NRW-Meisterschaften geladen. Neben den Meisterschaften für die Ein- und Zweispänner Ponys/Großpferde war auch die Meisterschaft für die Vierspänner-Pony- und Großpferde ausgeschrieben, jeweils eine Kombinierte Prüfung der Klasse M. Zu den Startern bei den Vierspänner-Ponys gehörte auch Ralf Figge aus Welver, der für den ZRFV Hamm-Uentrop startet und zum ersten Mal bei einer NRW-Meisterschaft den Sieg mit nach Hause nehmen konnte.

Krönender Höhepunkt
Seit 1991 ist Ralf Figge auf den westfälischen und rheinischen Fahrturnieren unterwegs, zunächst bei den Pony-Zweispännern und ab 1996 auch als Vierspänner-Fahrer. Inzwischen hat er sich in beiden Kategorien recht erfolgreich in der Klasse M eingerichtet. In diesem Jahr konnte er sich allein mit seinem Vierspänner in vier Kombi-Prüfungen der Kl. M erfolgreich platzieren: Westbevern 2.Pl., Hamminkeln-Dingden 3.Pl. und Herne 1.Pl. Bei dem Turnier in Rees-Haldern gelang ihm mit dem Sieg bei den NRW-Meisterschaften der krönende Abschluss der diesjährigen Saison und seiner bisherigen fahrerischen Laufbahn. In allen drei Teilprüfungen konnte Ralf Figge gute Platzierungen herausfahren: 4.Pl. in der Dressur, 4. Platz im Gelände, und ohne Abwurf durchstand er das Kegelfahren mit nur zwei Zeitfehlern, 2.Pl.. Diese Erfolge reichten in der Gesamtwertung, um den begehrten Meistertitel mit einem 8,11 Punkte-Vorsprung mit nach Welver zu nehmen.


Beim Hindernisfahren (Greven05)

Das Vorbild des Vaters
In der Fahrerszene ist der Name „Figge“ schon seit den 80er Jahren bekannt. Ralfs Vater Friedrich Figge hatte 1980 zwei Hengste erworben. Mit diesen beiden aus Wales importierten Welsh-C-Hengsten Menai Country (jetzt 27 Jahre) und Menai Corwynt (+1998) besuchte er zunächst die Fahrturniere in der engeren Heimat, wie z.B. in Ostönnen, Werl, Vellinghausen und Soest-Bad Sassendorf. 1987 konnte er die NRW-Meisterschaften in Aachen gewinnen und 1989 den dritten Platz bei den NRW-Meisterschaften in Emmerich. Die Hengste waren Halbbrüder. Sie hatten Menai Fury zum Vater, einen der bekanntesten walisischen Welsh-C-Hengste. So konnte Ralf von der Pike auf und aus nächster Nähe eine artgerechte Pony-Haltung und erfolgreiche zielgerichtete Vorbereitung der Ponys auf erfolgreiche Turniereinsätze erleben.

Mit Welsh-C-Ponys erfolgreich
Im Stall von Friedrich und Ralf Figge stehen zur Zeit sechs Welsh-Ponys im Cob-Typ, auch Welsh-C-Ponys genannt mit einem Stockmaß bis 137 cm. Bei den Meisterschaften hatten Calon 3 (geb.1996, im Besitz von Gabriele Harrenkamp, Welver), Cash 28 (1994), SHE Leon (1995) und SHE Lucky Boy (1996) Ralf zum Sieg gefahren. Die Welsh-Cs sind die dritte Sektion der vier Welsh-Sektionen. Sie sind schwerer und muskulöser als die Welsh-Bs und gleichen den größeren Welsh-Ds (Welsh-Cobs), deren Stockmaß nach oben offen ist.

Die Sektion C ist die zahlenmäßig kleinste der Welsh-Sektionen. Ende 2004 waren bei den Zuchtverbänden der FN insgesamt 152 Tiere eingetragen, davon 26 Hengste und 126 Stuten. Friedrich und Ralf Figge werden auch in Zukunft an ihren Welsh-Cs festhalten. „Es hat seine Gründe, weshalb wir nach 25 Jahren Einsatz im Fahrsport auch die weitere Zukunft unseres Fahrstalls mit Welsh-C-Ponys gestalten werden. Wir bauen weiterhin auf ihre Einsatzfreude, ihre Belastbarkeit und auf ihren ausgeglichenen Charakter. Mit Zuversicht sehen wir den kommenden Turnieren entgegen“, wie aus einem Munde die beiden Fahr-Enthusiasten Figge-Junior und Senior schon 2004. Mit dieser Einschätzung haben sie richtig gelegen.

Welver durch Fahrer bekannt
Mit Ralf Figge hat die Gemeinde Welver erneut einen weiteren Fahrer hervorgebracht, der nun im Fahrsport NRW-weit auf sich und seine Welsh-C-Ponys aufmerksam macht. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass der Welveraner Karl-Heinz Wiemer mit seinen Welsh-B-Schimmeln Gigolo und Condor 1981, 83, 85, 86 und 88 ebenfalls NRW-Meister bei den Pony-Zweispännern gewesen ist. 1986 siegte er bei den Meisterschaften in Günne vor seinem Sohn Frank, der damals auf diesem Turnier als 16-jähriger den dritten Platz erreichte und 1991 bei den NRW-Meisterschaften für Pony-Zweispänner in Aachen Zweiter geworden ist. Karl-Heinz Wiemer wurde mit seinen Welsh-B-Ponys Giggolo, Condor, Piccolo und Apollo 1985, 87 und 89 Deutscher Meister bei den Pony-Vierspännern.
An dem Turnier in Rees-Haldern hatte noch ein weiterer Welveraner teilgenommen. Der ebenfalls für den ZRFV Uentrop startende Jens Kappelhof kam mit seinen Deutschen Reit-
ponys in der Pony-Zweispänner-Kombi S insgesamt auf den 12. Platz


Die Goldmedaille für den neuen NRW-Meister