Die eingetragenen Stuten und Hengste
der Rasse Welsh
im Jahr 2004

von Eberhard Holin

Im Folgenden werden Aussagen zur Verteilung der bei den deutschen Zuchtverbänden eingetragenen Stuten und Hengste der Rasse Welsh gemacht, per 31.12.2004. Außerdem sollen die Veränderungen gegenüber der Verteilung im Jahr 2003 und teilweise auch gegenüber 1998 beschrieben werden. Die statistischen Daten des Jahres 2004 wurden Ende Februar 2005 von der FN zur Verfügung gestellt. Für diesen Service besten Dank. Die Vergleichszahlen mit den übrigen Pony-Rassen sind noch nicht zugänglich.
Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Anzahl der tatsächlich in Deutschland gehaltenen Welsh wahrscheinlich um rd. 20-25% größer ist als die Zahl der registrierten Tiere

Gesamtüberblick
Der Überblick macht deutlich, dass die Zahl der eingetragenen Stuten und Hengste weiter rückläufig ist, nämlich von 2290 eingetragenen Tieren Ende 2003 auf 2195 im Jahr 2004. Das bedeutet einen Rückgang von - 4,15 % (95 Tiere)

 

Veränderungen bei den einzelnen Sektionen
Von 2003 auf 2004 zeigen sich bei allen Sektionen - mit Ausnahme bei den Welsh-Cs - rückläufige Veränderungen:

Die Tab. 1 macht die Veränderungen deutlich, die sich in den angegebenen Zeiträumen ergeben haben. Bei der Sektion Welsh-A ist die eingetragene Population innerhalb eines Jahres von Ende 2003 auf Ende 2004 um 4,4 % gesunken. Den größten Verlust zeigt die Sektion B mit einem Abschwung von 5,5 % Die Sektion C nahm um 5 Tiere zu, und die Sektion D verlor 4,8 %. Diese Verluste sind auf den ersten Blick sicher nicht dramatisch.
Setzt sich dieser Trend allerdings fort, wird die Rasse Welsh in naher Zukunft die magische Linie von 2000 registrierten Tieren unterschreiten

 

Das Verhältnis der Sektionen
Das Zahlenverhältnis der Sektionen zueinander hat sich im Jahr 2004 gegenüber dem Verhältnis im Jahr 2003 nur unwesentlich verändert.

Die Verteilung zeigt sich wie folgt:

 

Sektion Welsh-B stärkste Population
Die stärkste Welsh-Population stellte auch in 2004 die Sektion Welsh-B mit 41 % aller registrierten Welsh, gefolgt von der Sektion Welsh-A mit 27 %, der Sektion Welsh-D mit 25 % und der Sektion Welsh-C mit 7 %.

Die Stutenpopulationen

Die Stutenbestände veränderten sich bei den einzelnen Sektionen von 2003 auf 2004 wie folgt

      • Sektion A - 4,40 % (22 Tiere)
      • Sektion B - 6,33 % (49 T.)
      • Sektion C + 7,10 % (9 T.)
      • Sektion D -5,18% (25 T.)

Auf niedrigem Level scheint sich bei der Sektion Welsh-C die Stutenpopulation mit einem Zuwachs von 9 Tieren zu stabilisieren und sich wieder auf die Bestandsgröße des Jahres 1998 zu bewegen. Bei allen übrigen Sektionen nehmen die registrierten Stutenbestände weiter ab, am Stärksten bei den Welsh-Bs, aber auch deutlich bei den Welsh-Ds. Durch das starke starke Engagement der IG Welsh im Freizeit-Reiter/Fahrbereich konnte bis jetzt dieser schleichende Abwärtstrend auch bei den Welsh-Cobs nicht gestoppt werden. Entsprechend dieser Situation ist mit einer weiteren Reduzierung der Bedeckungszahlen zu rechnen.

 

Die Hengstpopulationen
Die Hengstbestände verringerten sich im Zeitraum von 2003 auf 2004 um 8 Tiere von 415 auf 407 Tiere (-1.93 %). Über alle Sektionen hinweg bleiben diese Bestände im Wesentlichen stabil.

Die Welsh-Bestände bei den Zuchtverbänden
Die Tab.4 macht die unterschiedliche Verteilung der bei den deutschen Zuchtverbänden eingetragenen Welsh-Ponys und -Cobs deutlich.Die Gründe für diese differierende Verteilung liegt sicher darin, dass sich in den 60-er und 70-er Jahren in den einzelnen Zuchtgebieten Zuchtleiter mit unterschiedlichem Engagement für die Rasse Welsh engagiert haben. Starken Einfluss auf den Import von Welsh-Ponys nahmen z.B. Dr.Schön in Weser-Ems und Dr.Heupel in Westfalen. Zusammen mit interessierten Pony-Züchtern haben beide Reisen nach England und Wales unternommen, um sich vor Ort zu informieren und die englischen Pony-Rassen in ihren Ursprungsgebieten zu erleben. 1965 reiste eine Vertretung vom Holstein-Verband nach Wales, um sich im Mutterland einen Einblick über die Rasse und deren Sektionen zu verschaffen, sowie sich über deren Zucht zu informieren," nach Sahling-Steinbuck, Welsh-Jhb.2000, S.91. Dazu kamen die Welsh-Enthusiasten der ersten Stunde in Bayern, Hannover, Hessen, Rheinland-Pfalz, Schlesw.-Holstein, Weser-Ems und Westfalen, die sich ohne Zweifel um die Rasse Welsh verdient gemacht haben (siehe dazu Welsh-Jhb.2000, S.73-99). Zudem hat erst nach der Wende - ab etwa 1990 - die Welsh-Zucht in den neuen Bundesländern begonnen.

M.E. haben in Deutschland bei keiner anderen Pony-Rasse einzelne Züchterfamilien bis auf den heutigen Tag einen so starken Einfluss auf die Entwicklung und regionale Verteilung der Ponys-/Cobs genommen, wie bei der Rasse Welsh.

Es fällt auf, dass beim Pferdestammbuch Baden-Württemberg in 2004 lediglich 63 Welsh eingetragen sind - im Jahr 2003 waren es 61 - , obwohl eine Welsh-Regionalgruppe schon seit den Anfängen der IG Welsh besteht. 1979 firmierte sie noch unter Württemberg (Nord und Süd), dann als Württemberg und ab 1992 als Baden-Württemberg.

Die Verteilung bei den Welsh-As
Die Hochburgen der Welsh-A-Zucht liegen in 2004 wie im Jahr 2003 in

      • Weser-Ems 122 /121*
      • Hannover(P) 81 /86
      • Westfalen 74 /85
      • Rheinland 60 /65

        * zweite Zahl Bestände aus 2003

Die kleinsten A-Populationen sind bei folgenden Verbänden registriert:

      • Baden-Wü 19 /19
      • Meckl.-Vorp. 15 /17
      • Berlin-Brandb. 12 /23
      • Rheinl.-Pf./S. 11 /5
      • ZV f.dt. Pferde 9/6

In Berlin-Brandenburg reduzierte sich die Anzahl der eingetragenen Welsh-A-Stuten innerhalb eines Jahres von 18 auf 10 und die der Hengste von 5 auf 2 Tiere, in Westfalen sank die Zahl der Stuten um 11, in Thüringen um 6, wie auch im Rheinland.

In Rheinland-Pfalz/Saar stieg die Stutenzahl um 6, von 2 auf 8, bei 3 Hengsten. In Weser-Ems wurden statt 102 jetzt 106 Stuten registriert. Dagegen sank dort die Zahl der Hengste von 19 auf 16 Tiere.

Die Verteilung bei den Welsh-Bs
 Die Zuchtverbände mit den stärksten Welsh-B-Populationen in 2004:

      • Weser-Ems 154 /154
      • Hannover(P) 120 /128
      • Bayern(P) 91 /95
      • Schlesw.-Hol. 84 /89
      • Hessen 77 /79
      • Rheinland 65/ 98

Die Zuchtverbände mit den zahlenmäßig kleinsten Beständen:

      • Meckl..-Vorp. 28 /32
      • Baden-Wü. 25 /27
      • Thüringen 25 /29
      • Sachsen-A. 26 /25
      • Rheinl.-Pf./S. 12/ 13

Die stärksten Veränderungen von 2003 auf 2004 haben sich beim Pferdestammbuch Rheinland ergeben. Insgesamt sank dort der Bestand von 98 auf 65 Tiere (- 33,68 %.). Die Zahl der eingetragenen Hengste ging innerhalb eines Jahres von 13 auf 10 Tiere zurück, und die Anzahl der registrierten Stuten von 85 auf 55 Tiere (- 35,3 %). 1998 lag im Rheinland die Zahl der eingetragenen Welsh-B-Hengste noch bei 24 Tieren, 126 Stuten waren registriert. Die Zuchtverbände Weser-Ems und Hannover(P) liegen deutlich mit ihren Beständen an der Spitze. Ebenso deutlich bildet mit 12 Tieren, 10 Stuten und 2 Hengsten das Pferdestammbuch Rheinland-Pfalz/Saar das Schlusslicht.

Die Verteilung bei den Welsh-Cs
 Die stärkeren Populationen:

      • Rheinland 30 /26
      • Hessen(P) 25 /25
      • Hannover(P) 20 /18
      • Schlesw.-H./HH 19 /25
      • Sachsen 11 /14
      • Bayern(P) 10 /5

Die kleineren Bestände:

      • Sachsen-Anh. 4 /7
      • Thüringen 3/ 1
      • Mecklenb.-Vorp. 2 /2
      • Weser-Ems 0 /0
      • ZV f.d. Pferde 0 /0

Im Rheinland sind die meisten Welsh-Cs registriert 30 (23/7), gefolgt von Hessen(P) und Hannover(P). Im Gegensatz zu Hannover(P) sind in Weser-Ems keine Welsh-Cs eingetragen, ebenfalls nicht beim Zuchtverband für deutsche Pferde.

Die Verteilung bei den Welsh-Ds (Welsh-Cobs)
 Die Zuchtverbände mit den stärksten Beständen:

      • Hessen(P) 91 /83
      • Schlesw.-H./HH 82 /77
      • Hannover(P) 57 /57
      • Rheinl.-Pf./Saar 52 /59
      • Rheinland 50 /55
      • Westfalen 49 /55
      • Bayern(P) 38 /49

Wie im Vorjahr sind in Hessen und Schlesw.-Holstein/HH die größten Welsh-Cob-Bestände registriert. In Hessen kamen 8 Tiere hinzu und in Schlesw.-Holstein/HH 5 . Beim Pony-Verband Hannover blieb der Bestand unverändert. Dagegen reduzierte sich die Zahl der eingetragenen Welsh-Cobs bei den weiter aufgeführten Zuchtverbänden, am stärksten in Bayern(P) um 11 Tiere. 1998 lag in Westfalen die Zahl der registrierten Welsh-Cobs bei 84 Tieren (10 Hengste/74 Stuten). 2003 sind nur noch 55 (7/48) eingetragen ( - 34,5 %). Ende 2004 hat sich ihre Zahl weiter auf 49 (7/42) verringert.

Die kleineren Populationen:

      • Sachsen 17 /15
      • ZV f.d.Pferde 16 /19
      • Baden-Wü 13 /13
      • Thüringen 10 /9
      • Mecklenb.-Vorp. 8 /6
      • Sachsen-Anh. 7 /20

In den neuen Bundesländern stieg die Zahl der eingetragenen Welsh-Cobs geringfügig, mit Ausnahme in Sachsen-Anhalt. Dort betrug 1998 die Zahl der eingetragenen Welsh-Cobs 8 (2H./6Stu) Tiere. Bis Ende 2003 war dieser Bestand auf 20 (6/14) Cobs gestiegen. 2004 waren dort jedoch nur noch 3 Hengste und 4 Stuten registriert. In Baden-Württemberg betrug 1998 die Zahl der eingetragenen Cobs 22 (1/21). 2003 war der Bestand auf 13 Tiere (2/11) gesunken. Dieses Niveau wurde in 2004 gehalten

Die Verteilung beim Zuchtverband für deutsche Pferde
Nach den Daten der FN ist die Zahl der bei diesem Verband eingetragenen Tiere von 2003 auf 2004 um11 Tiere gestiegen. Insgesamt sind in 2004 bundesweit 68 Welsh bei diesem Verband registriert.

Im Verhältnis zu den bei allen deutschen Zuchtverbänden eingetragenen 2195 Welsh-Stuten und Hengsten sind das insgesamt 3,09 %.

      • 0 Welsh-Cs
      • 9 Welsh-As (4 Stuten/5 Hengste)
      • 16 Welsh-Ds (13/3)
      • 43 Welsh-Bs (29/14)

Zusammenfassung
Der Gesamtbestand der eingetragenen Tiere der Rasse Welsh ist von 2003 auf 2004 um 4,15 % (- 95 Tiere) gesunken. Den stärksten Verlust verzeichnet mit 5,5 % (- 49 Tiere) die Sektion B. Die Sektion B stellt mit 41 % (887 T.) aller registrierten Welsh die stärkste Fraktion vor den Welsh-As (27 %), den Welsh-Ds (25 %) und den Welsh-Cs (7 %). Die Zahl der Hengste ist nahezu konstant geblieben, während die abgemeldeten und aus der Zucht genommenen Stuten mit Ausnahme bei der Sektion C bei den übrigen Sektionen deutlich negativ verläuft (zwischen 4,4 % und 6,33 %). Der Abschwung der letzten Jahre setzt sich weiter fort. Den stärksten Verlust verzeichnet mit -35,3 % (- 30 T.) der Stutenbestand der Sektion Welsh-B im Rheinland. Bei den Welsh-Cobs ist besonders in Westfalen ein Rückgang der eingetragenen Tiere zu verzeichnen (Von 84 Tieren in 1998, über 55 Tieren in 2003, sank ihre Zahl in 2004 auf nunmehr 49 Tiere).

Die stärksten Welsh-A- und Welsh-B-Bestände sind beim Pferdestammbuch Weser-Ems und beim Ponyverband Hannover eingetragen und die stärksten Welsh-C-Populationen im Rheinland und beim Ponyverband Hessen. Die meisten Welsh-Cobs sind in Hessen und in Schleswig-Holstein registriert.

Die Gründe für das schleichende Absinken der Zuchtbestände in den letzten Jahren und mögliche Gegenstrategien sind in den unten genannten Berichten genügend beschrieben und problematisiert worden. Sie haben M.E. von ihrer Aktualität nichts verloren. Es wird daher darauf verzichtet, sie an dieser Stelle zu wiederholen.

Literatur
Jahresberichte der FN 1999, 2003
"Zur Verteilung der eingetragenen Stuten und Hengste der Rasse Welsh" und
"Zur Verteilung der eingetragenen Stuten und Hengste der Rasse Welsh in Westfalen und im Rheinland"
auf dieser Website unter "Berichte 2004"