Im westfälischen Industriemuseum Zollern II/IV
Präsentation kleiner Pony-Rassen
Text und Fotos von Eberhard Holin
Auf dem Gelände des westfälischen Industriemuseums in Dortmund-Böving-hausen fand über die Pfingsttage im Rahmen der gut konzipierten Ausstellung „Kumpel auf vier Beinen, Grubenpferde im Ruhrbergbau“, eine Präsentation kleiner Pony-Rassen statt. Mit dieser Demonstration sollte daran erinnert werden, dass besonders im englischen, walisischen und schottischen Bergbau über mehr als drei Jahrhunderte hinweg beim Transport von Kohle und Arbeitsmaterial Fell Cobs, Dartmoor-, Welsh-Mountain-Ponys, New Forest- und Shettland- Ponys Über- und Untertage eingesetzt wurden.
Am 24. Februar 1994 ist die „Tierförderung“ in den britischen Kohleminen beendet worden. An diesem Tage wurden die letzten vier Untertage eingesetzten Ponys der Zeche North East`s Ellington aus Kohleflözen unter der Nordsee nach Übertage verbracht (die beiden Welsh-Mountains Flax und Carl, das Dartmoor-Pony Alan und der Fell-Cob Tom). Vor 1914 waren über 70.000 Ponys und Pferde auf den britischen Kohlegruben eingesetzt.

Kurt Wassermann, Herne, mit seinen beiden Welsh-Mountain-Ponys Bergischland Shenita und Sonnenberg Norman vor historischer Kulisse auf Zollern II/IV.

Vor dem 1.Weltkrieg wurde in den Zechen an der Ruhr der Höchststand an „Grubenpferden“ erreicht. Im Jahr 1910 zählte man in der offiziellen Statistik des Oberbergamtes Dortmund 8486 in der Kohleförderung eingesetzte Pferde. Während des ersten Weltkrieges und in den Folgejahren sank diese Zahl schon allein wegen des schwer zu beschaffenden Futters stark ab. 1924 wurden aufgrund der immer stärker werden Mechanisierung nur noch 2740 Pferde gezählt, und im Jahre 1963 versahen nur noch 16 Pferde in den Zechen an der Ruhr ihren untertägigen Dienst. Tobias, das letzte Grubenpferd auf der Schachtanlage Blumenthal in Recklinghausen verfuhr am 22.06.1966 seine letzte Schicht.


Barbara Wilms vom Mini-Shetty-Gestüt „Borkenbrink“, Dülmen, hatte den 9-jährigen gekörten Hengst „Amaretto“ angespannt.

Reinhard Cramer vom Gestüt „Kleefeld“, Herscheid, zog mit seinen beiden Classic-Ponys Benny und John seine Runden.

Wegen der anderen Grubenverhältnisse wurden in Deutschland mehr Pferde und weit weniger Ponys eingesetzt als in England. In den Anfängen handelte es sich um kleinere Arbeitspferde – oft westfälische Wildpferde oder entsprechende Kreuzungsprodukte mit lokalen Pferdeschlägen. Später wurden zunehmend mittelgroße Kaltblüter mit einem Stockmaß bis etwa 165 cm genommen.


Auch mehrere Kaltblüter demonstrierten
den früheren Materialtransport.