Zur „Bibliothek“
der IG Welsh
 
von Eberhard Holin
Die Weihnachtstage bilden häufig eine willkommene Gelegenheit, sich mit Büchern zu beschäftigen. Echte Welsh-Enthusiasten freuen sich, wenn sie unter dem Weihnachtsbaum einschlägige Welsh-Literatur finden. Nun ist ja unbestritten, dass die Beschäftigung mit guter Literatur bildet. Ganz besonders gilt das für jüngere Welsh-Liebhaber, die erst noch am Anfang ihrer Welsh-Karriere stehen und die noch auf dem Wege sind, sich die Geschichte und das züchterische Potential der Rasse Welsh zu erschließen. Vielleicht würden sich auch potentielle FN-Richter-Aspiranten freuen (speziell die zukünftigen Teilnehmer der rassespezifischen „FN-Zusatzprüfung Welsh“), wenn sie aus der IG eigenen „Bibliothek“ prüfungsrelevante Welsh-Literatur entleihen könnten. Diese Primär-Literatur ist nämlich teuer und jede Büchersammlung, an die der Anspruch einer „Bibliothek“ gestellt wird, müsste diese Werke eigentlich im Angebot haben.

An ein langjähriges Mitglied unseres Richterkollegiums stellte ich die Frage nach der Frequentierung der IG-Bibliothek durch fortbildungswillige Richter. Ich erhielt mit Datum vom 28.12.2005 folgende Antwort:

"Ich kann Ihnen im Hinblick auf die "IG-Bibliothek" nur zustimmen. Das ist mir auch schon aufgefallen. Ich weiß nicht, warum ich das selbst nicht schon mal längst angesprochen habe. Wahrscheinlich, weil man sich sowieso in jeder Sache, ob Fortbildung oder in anderen Dingen ohnehin selbst um Informationsmaterial bemühen muss. Unterstützung hat es seit meiner Zugehörigkeit noch nie gegeben. Habe mich immer auf eigenen Wegen schlau gemacht, ob es nun um Bücher oder Zuchtfragen oder um andere Dinge ging. Unsere Richtertagungen haben ja auch nie wirklich konstruktive Unterstützung erfahren. Was ich brauchte, habe ich mir selbst irgendwoher zusammengekramt."

Warum keine englische Literatur im Angebot?
Auf ihrer HP und auch in einigen Ausgaben von Welsh aktuell informiert die IG Welsh uns Mitglieder über ihren Service „Entleihen von Büchern etc. aus ihrer Bibliothek“. Die Auflistung der Bücher umfasst zur Zeit knapp 50 deutsche Titel der „allgemeinen Pferdeliteratur“, wie z.B. zur Haltung und Fütterung, zur Gesundheit, Spiel und Spaß mit Pferden, zur Zucht, zum Fahren usw. Welsh-spezifische Bücher sind aus der IG-Bibliothek nicht abrufbar mit Ausnahme des Buchs von Alexandra Stupperich. Offensichtlich hat die IG nicht an die Existenz von Englisch sprachiger Literatur gedacht, als sie die Büchersammlung der IG Welsh mit dem Begriff „Bibliothek“ belegte, oder sie hält die englische Basis-Literatur nicht für so wichtig, dass sie unbedingt in eine „Bibliothek der IG Welsh“ eingestellt werden müsste.

Bei der Durchsicht der bei der Geschäftsstelle abrufbaren Publikationen stellen sich folgende Fragen:
  • Warum stellt die IG Welsh in ihrer IG-Bibliothek ihren Mitgliedern
    nur „allgemeine Pferde-Literatur“ zur Verfügung?
  • Warum ist die „Welsh-spezifische englische Primär-Literatur in dieser „Bibliothek“ nicht vorhanden?
  • Wer ist für die Zusammenstellung der IG-Bibliothek verantwortlich?
  • Wer hat das Konzept für diese „Bibliothek“ entwickelt?
  • Welches IG-Gremium hat diesem Konzept zugestimmt?
  • Gibt es für diese „Bibliothek“ einen „Bibliotheks-Etat“?
  • Wer entscheidet über die Anschaffung alter und neuer Titel?
Zur Welsh-Literatur
Dr. Wynne Davies, Ceulan, gilt seit Jahren als ungekrönter König unter den Welsh-Buch-Autoren. Seine Bücher sind im gesamten United Kingdom und in den Ländern des Kontinents verbreitet. Jeder, der sich mit der Welsh-Zucht beschäftigt, trifft auf seine Veröffentlichungen. In Anerkennung seiner Lebensleistung als Publicity Officer der Welsh Pony and Cob Society, WPCS, und wegen seiner unbestrittenen Verdienste als erfolgreicher Autor in Sachen Welsh wurde ihm von der Queen der Titel „Member of the British Empire“, MBE, verliehen.
Eine Auflistung seiner Bücher
1980 Welsh Ponies and Cobs, editor J.A.Allen, 516 S., ₤ 22,45
1984 Welsh Champions (section A) 1947-1982, editor J.A.Allen, 64 S.
1985 Welsh Ponies and Cobs, Nachdruck, s.o.
1985 Welsh Cob Champions (section D) 1947-1982, editor J.A.Allen, 46 S., ₤ 4,50
1988 Welsh Pony Champions (section B+C), 1947-1982, editor J.A.Allen, 88 S.
1993 The Welsh Mountain Pony, editor J.A.Allen, 134 S., ₤ 8,50
1993 An Introduction to Welsh Ponies and Cobs, Whitted Books, 144 S.
1998 The Welsh Cob, editor J.A.Allen, 210 S., ₤ 27,00
2001 One Hundred Glorious Years, WPCS 1901-2001, 611 S., ₤ 23,00

Im März erhältlich
2006 The Welsh Pony, sections A, B, C, WPB, editor J.A.Allen


Weitere Welsh-Veröffentlichungen
The Early Years of Welsh Ponies and Cobs,
WPCS, Reproductions of 52 articles taken from the Society`s early stud books
(volumes 1-15), rd. 500 S., ₤ 25,00
Confirmation of Welsh Ponies and Cobs,
WPCS, The “good and bad points” booklet, ₤ 2,00
1968 Care and Management of Welsh Ponies,
WPCS, reprinted 1974 and 1981, 48 S., ₤ 2,00

Aus welchen Gründen findet sich kein einziges Exemplar
dieser einschlägigen Publikationen
in der Pferde/Pony-Bibliothek unserer IG Welsh?

Weitere Buch-Empfehlungen
  • Michael Schäfer, Handbuch der Pferdebeurteilung,
    Franckh-Kosmos-Verlag, 2000, Є 49,90
  • Susan MC Bane, Rund ums Pony,
    BLV-Verlag, 2002, 160 S., Є 22,50
  • Richtlinien FN, Band 4,
    Haltung, Fütterung, Gesundheit, Zucht, Є 13,80
  • Tamsin Pickeral, Pferde und Ponys,
    Paragon-Verlag, 2004, 384 S., Nachdruck in Vorb.
  • Faszination Pferde: Pferdebeurteilung,
    Kosmos-Verlag, 2005, 84 S., Є 12,95
  • Heinrich Bottermann u.a., Beruf Pferdewirt,
    Ulmer-Verlag, 1999, 346 S., Є 39,90
  • Peter Thein, Handbuch Pferd,
    BLV-Verlag, 2005, 848 S.
  • Jackie Budd, Pferde besser verstehen,
    BLV-Verlag, 1999, 184 S., Є 19,95

Eine „Bibliothek“ ohne Konzept gibt es nicht. Fehlt ein Konzept, spricht man von einer Aneinanderreihung nebeneinander gestellter Bücher. Verdient die Büchersammlung unserer IG Welsh den Begriff „Bibliothek", wenn die gesamte englische Welsh-Literatur fehlt?

 
Ein echter Service für Welsh-Enthusiasten umfasst immer auch
die englische Primär-Literatur.