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Uschi Bücker-Brinkmann mit
Kurbaums Flop(Welsh-C)

Uschi Bücker-Brinkmann mit dem Welsh-C „Kurbaums Flop“
bei den NRW-Meisterschaften 2006 in Greven

Text u. Fotos: E. Holin

In den vergangenen Jahren hat die westfälische Pony-Einspännerszene immer wieder auf sich aufmerksam gemacht. Namen wie Elke Hillebrandt (Dublin), Birgit Damm-Haschmann (Moonlight), Sandra Broichhaus (Bodo), Hüls Maria (Mac Murphy) und Franz-Josef Lehmkuhl (Night Moon) werden immer wieder in der einschlägigen Berichterstattung als erfolgreiche Einspännerfahrer genannt.
Bei den Weltmeisterschaften 2003 in Karlstetten/Österreich konnte Tobias Bücker mit dem Dunkelfuchshengst Danyloo die Goldmedaille in der Einzelwertung erringen, ein Erfolg, der besonders die westfälische Fan-Gemeinde des Einspänner-Sports mit Freude erfüllte. Außer den Genannten gibt es aber noch zahlreiche weitere FahrerInnen, die sich in dieser Anspannungsvariante selbst nicht unbedingt zur Leistungsspitze zählen, die sich aber mit Begeisterung dem Pony-Fahren verschrieben haben. Eine dieser Vertreterinnen zwischen „Pony-Freizeit- und Pony-Turniersport“ ist Uschi Bücker-Brinkmann aus Emsdetten, die schon seit ihrer Kindheit und Jugend den „Ponys“ verbunden ist, aber zur Zeit wegen ihrer Familiensituation gern auch andere Schwerpunkte setzt (Sie ist die Ehefrau von Tobias Bücker, dem amtierenden Deutschen Meister der Pony-Vierspännerfahrer).

Die 31-jährige Diplombetriebswirtin ist in Emsdetten in einer "Pferdefamilie" aufgewachsen. Zur Zeit bestimmen ihre beiden Kinder Tom (zwei Jahre) und Lena (drei Jahre) weitgehend ihren Tagesablauf.  Seit 1988   war sie als erfolgreiche Ponyreiterin für den Verein St. Georg Saerbeck aktiv. U.a. zählt zu ihren reiterlichen Erfolgen der Gewinn der Goldenen Schärpe. Einige Male gewann sie mit der Mannschaft des RV St. Georg Saerbeck die Westfalenmeisterschaft in der Pony-Vielseitigkeit, außerdem nahm sie in dieser Disziplin an der Einzelwertung bei der Deutschen Meisterschaft teil. 

1995 erlitt sie einen Reitunfall, der ihre Teilnahme an Reit-Turnieren beendete. Durch ihre Bekanntschaft mit Tobias Bücker, ihrem späteren Ehemann, lernte sie die reizvollen Facetten des “Pony-Fahrens“ kennen. Sie hatte genügend Gelegenheit, junge Ponys ein- und zweispännig einzufahren, die später in den Turnieranspannungen ihres Mannes eingesetzt wurden. Zeit und Energie setzte sie für die Ausbildung des in Hannover gezogenen Welsh-Partbred-Hengstes Dannyloo ein, der nach seinem sehr erfolgreichen Auftritt bei den Weltmeisterschaften in Karlstetten nach Amerika verkauft worden ist. Auf einigen Turnieren ist Uschi Bücker-Brinkmann zweispännig bis Kl.S gefahren.

Bei den NRW-Fahrmeisterschaften hatte sie Kurbaums Flop, das „Parade-Pony“ ihres Schwiegervaters Bernhard Bücker angespannt. Der Fuchs stammt aus der Anpaarung Rhystyd Flyer x Flicka-Marston Mars (Welsh-Cob x Welsh-B), ist also ein Welsh-C (Welsh-Pony im Cob-Typ), ebenso wie Kurbaums Flocke, Besitzer Gregor Leushacke, Olfen, die ebenfalls im Fahrsport erfolgreich eingesetzt wird. Der 14-jährige Wallach ist seit 1999 in der westfälischen Einspänner-Szene aktiv. Besonders mit Bernhard Bücker hat Kurbaums Flop sowohl auf westfälischen Fahrturnieren als auch bei „Deutschen Meisterschaften und Weltmeisterschaften für Fahrer mit Behinderung“ zahlreiche Siege und Platzierungen errungen, wie z.B. bei den DM 2006 Vizemeister und zuletzt Mannschaftsweltmeister und Einzelgold bei den WM 2006 in Hellendoorn/NL. Bernhard Bücker hatte Flop als Fünfjährigen von Hans-Jürgen Wiemers übernommen. Zunächst war der Wallach für den Vierspänner von Sohn Tobias vorgesehen. Doch bald entdeckte der Vater die besondere Eignung des Welsh-Cs für den Einspännersport. Judith Klüver führte Flop bis zu Prüfungen der Kl.S, Pony international.

Die Teilnahme an den NRW-Meisterschaften in Greven-Bockholt war in diesem Jahr Uschi Bücker-Brinkmanns einziger Turnierauftritt. Mit Kurbaums Flop - vom Schwiegervater bestens vorbereitet - erreichte sie in der Kombi den vierten Platz (Dressur 1.Pl., Gelände 10.Pl., Hindernisfahren 13.Pl.). Auf ihre zukünftige fahrerische Ambitionen angesprochen, antwortet sie: „Im Augenblick haben die Kinder absoluten Vorrang, außerdem gilt es, Tobias bei seinem erfolgreichen „Hobby“ tatkräftig zu unterstützen.“

siehe: Uschi Bücker-Brinkmann, Reiter und Pferde in Westfalen, Ausg. 12/2006, S.11