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Bemerkungen
zur Welsh-Statistik 2006

Text und Fotos: Eberhard Holin
Teil I

Zur Verteilung der eingetragenen Stuten und Hengste
der Rasse Welsh bei den deutschen Zuchtverbänden

Seit einigen Tagen liegen die Daten der FN zur „Aufstellung Zuchttiere Welsh 2006 bei den deutschen Zuchtverbänden“ vor. Im Folgenden soll ein Teil dieser Daten mit den entsprechenden statistischen Angaben früherer Jahre verglichen werden, um verifizierbare Aussagen zu einer „kleinen Analyse“ hinsichtlich der quantitativen Entwicklung der bei den Zuchtverbänden der FN registrierten Welsh-Populationen machen zu können. Der FN sei für die frühzeitige Zusendung der Daten gedankt. Die benutzten Daten stammen entweder aus den offiziellen Jahresberichten der FN oder aus den diesen (End-)Daten zugrunde liegenden Vorerhebungen (Angaben der einzelnen Zuchtverbände).

Die Analyse soll in einem ersten Teil folgende Fragen beantworten:

Zu den Daten
Die tatsächlich vorhandenen Welsh-Populationen in Deutschland sind wahrscheinlich geschätzte 20% größer als die in der Tab.1 aufgeführten Basisdaten angeben, da die aus der Zucht genommenen und abgemeldeten Tiere größtenteils weiterleben und ohne Registrierung entweder im Sport oder im Freizeitbereich Verwendung finden. Außerdem züchten einige deutsche Welsh-Züchter mit Tieren, die allein bei der WPCS registriert sind (Overseas Papiere).
Basisdaten

Zur Verteilung der einzelnen Sektionen 2006

Eingetragene Stuten und Hengste der Rasse Welsh

Die Welsh-Bs bilden mit 39% (839 T.) aller in 2006 registrierten Welsh-Tiere mit deutlichem Abstand die mengenmäßig stärkste Sektion, gefolgt von den Welsh-As 30% (647 Tiere), den Welsh-Cobs mit 24% (522 T.) und den Welsh-Cs mit 7% (141 T). Gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl der Welsh-As um 48 Tiere (+2%) gestiegen. Die Zahl der eingetragenen Welsh-Bs ist um 39 Tiere gesunken (-2%), die Welsh-Cs verzeichnen einen Anstieg um 14 Tiere (+1%) und die Anzahl der registrierten Welsh-Cobs hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

Vergleichszahlen aus 1998
Welsh-As 605 Tiere (25%), Welsh-Bs 114 T. (45%), Welsh-Cs 163 T. (7%), Welsh-Ds 559 (23%), bei 2441 Tieren insgesamt. Die Differenz zwischen den Welsh-Beständen in 1998 und 2006 beträgt insgesamt -292 Tiere (-11,97%). Die Vergleichszahlen zu den anderen Ponyrassen folgen im Statistik-Teil II.

Im Vergleichszeitraum 2003-2006 ist die Zahl der eingetragenen Welsh-As von 623 in 2003 nach einem Tief in 2005 von 599 Tieren inzwischen auf 647 gestiegen, dem Maximum der letzten vier Jahre. Im Gegensatz dazu hat sich die Anzahl der Welsh-Bs von 2003 auf 2006 kontinuierlich um 97 Tiere verringert (-10,4%). Bei den Welsh-Cs nähert sich die Population nach dem Tief von 127 T. in 2005 mit 141 T. in 2006 wieder dem Stand von 2003 mit 147 T.. Bei den Welsh-Cobs hat sich der Bestand in 2006 auf dem Tief von 2005 mit 522 T. stabilisiert.

Der Mengenvergleich der letzten 10 Jahre weist insgesamt auf einen Abschwung von 459 Tieren hin (-17,6%). Im Vergleich des Bestandes von 1996 mit dem aus 2005 beträgt die Differenz 482 Tiere. Erfreulich, dass die eingetragene Gesamtpopulation der Rasse Welsh von 2005 auf 2006 um 23 Tiere gestiegen ist.

Da die Hengstbestände relativ stabiler sind, spielen sich die deutlicheren Veränderungen bei den Stutenpopulationen ab.

Die Anzahl der registrierten Stuten verringerte sich imVergleichszeitraum um 466 Stuten(-21,7%). Von 1991 bis 2006 lag das Maximum an eingetragenen Welsh-Stuten bei 2191 in 1996. Von 2001-2005 ist ein kontinuierlicher Abschwung von 307 Stuten zu verzeichnen, im Mittel der vier Jahre ein Verlust von jährlich rd.77 Tieren. Von 2005 auf 2006 zeigt sich wieder ein leichter Anstieg um 12 Tiere.

Die Entwicklung der Stutenpopulationen
bei den einzelnen Sektionen

Welsh-As


Welsh-A-Stuten Bengad Summer Snowflake und Pontllys Question auf Al Najma

Das Diagramm Nr.5 zeigt die Entwicklung bei den Welsh-As. Die beiden Tiefstände der Jahre 2004 und 2005 sind überwunden und in einen erfreulichen Aufschwung in 2006 umgeschlagen, ein Plus von 29 Tieren (+ 5,75%). Die Vergleichsgröße von 1998 wurde in 2006 um 21 Tiere getoppt.

Welsh-Bs


Einjährige Welsh-B-Stute Störtebeker`s Rosita,
Reserve Jugendsieger, Welsh-Schau Warendorf 2006

Im Vergleich mit den eingetragenen Stutenbeständen der anderen Sektionen haben die Welsh-Bs die stärksten Verluste zu verzeichnen. Die Differenz zwischen dem Höchststand des Stutenbestandes in 1998 und dem Tiefpunkt in 2006 beträgt 238 Stuten (- 25,73%). Der Abschwung von 2005 auf 2006 beträgt 31 Tiere (- 4.32%). Der Verlust von 2003 auf 2004 betrug 49 Tiere (- 6,33%). Dieser Abschwung hat sich von 2005 auf 2006 um 18 Tiere verringert.

Welsh-Cs


Welsh-C-Stute Deroks Lady Gwen, geb. 2000,
Reserve Sektionssieger, Regionalschau Rheinland 2006

Die Entwicklung bei den registrierten Welsh-C-Stuten zeigt das Diagramm Nr.7. Nach dem Höchststand von 133 Tieren in 1998 wurde in 2005 ein Tiefpunkt von 102 Stuten erreicht, - 18 Tiere (- 23,31%). Die Zunahme der registrierten Stuten von 2005 auf 2006 um 13 T. lässt auf eine weitere positive Entwicklung in der Zukunft hoffen.

(Beim Vergleich der Prozentsätze der einzelnen Sektionen - Auf-/Abschwung - ist zu beachten, dass sich Veränderungen des Bestandes bei der mengenmäßig kleinsten Sektion ungleich stärker auswirken als bei Bestandsveränderungen der anderen Sektionen mit größeren Populationen).

Welsh-Cobs (Ds)


H-S My Rose, 3-jährig, Tagessieger, Regionalschau Weser-Ems 2006

Bei den Welsh-Cob-Stuten zeigt sich ein deutlicher Abschwung bei den registrierten Stuten von 483 in 2003 auf 417 in 2005, - 66 Tiere (- 13,67%). Der eingetragene Bestand hat sich in 2006 stabilisiert (+ 1 Stute).

Registrierte Welsh-Hengste


Welsh-B-Hengst Picasso M, geb.1991, Regionalschau Weser-Ems 2005

Bei den Welsh-Hengsten lag das Maximum im Jahre 2001 mit 441 Tieren und das Minimum Ende 1998 bei 396. Mit der erreichten Menge von 424 registrierten Hengsten in 2006 ist seit 2004 eine steigende Tendenz zu erkennen.

Die Zahl der registrierten Welsh-Hengste aller Sektionen zeigt von 1998-2001 einen Zuwachs um 45 Tiere (+ 10,21%). Nach einigen Schwankungen in den Folgejahren kommt es von 2004 auf 2005 und auf 2006 wieder bei den Hengsten zu einem Anstieg der Registrierungen.

Die Rangliste der deutschen Zuchtverbände

Gegenüber der Rangierung von 2005 hat sich unter den drei Erstplatzierten eine Verschiebung ergeben. 2005 hatte noch Hessen(P) mit 208 registrierten Welsh an dritter Stelle gelegen. In 2006 ist das Pferdestammbuch Rheinland mit 214 eingetragenen Tieren an seine Stelle gerückt. Auch Westfalen ist in 2006 mit nunmehr 197 Tieren vom sechsten in 2005 auf den vierten Platz gekommen. Schleswig-Holstein/HH ist mit 184 Tieren vom fünften Platz in 2005 auf den sechsten Platz in 2006 gefallen.

Zusammenfassung

  1. Mit 2149 eingetragenen Tieren ist die Gesamt-Welsh-Population gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen (+23 Tiere/+1,08%), die Welsh-As um 2%(+48 T.), die Welsh-Cs um 1%(+14 T.). Die Anzahl der registrierten Welsh-Bs ist um 2% (-39 T.) gesunken. Die Zahl der Welsh-Cobs ist gegenüber dem Vorjahr auf niedrigem Level mit 522 Tieren unverändert geblieben, dem niedrigsten Stand seit 2003 (623 T.).
  2. Die Gesamtverteilung der vier Sektionen zeigt sich gegenüber dem Vorjahr unverändert. Auch in 2006 stellen die Welsh-Bs die zahlenmäßig stärkste Sektion (39% ), gefolgt von den Welsh-As (30% ), den Welsh-Cobs (24% ) und den Welsh-Cs (7% ).
  3. Der Mengenvergleich der eingetragenen Stuten und Hengste von 1996-2006 weist eine Differenz von 459 Tieren aus (-17,6%), der Vergleich des Stutenbestandes für denselben Zeitraum eine Differenz von 466 Stuten (-21,7%). Bei den Welsh-As hat sich die Stutenpopulation nach den Tiefständen von 2004 und 2005 in 2006 erfreulich positiv entwickelt, ebenso bei den Welsh-Cs. Die Zahl der eingetragenen Welsh-D-Stuten hat sich seit 1998 - auf niedrigstem Stand in 2005 - in 2006 stabilisiert (+1Stute).
  4. Bei den Welsh-Hengsten ist seit dem Tief in 2004 auf 2006 wieder eine Zunahme um 17 Tiere zu verzeichnen. Ende 2006 stehen den registrierten 424 Welsh-Hengsten 1725 eingetragene Welsh-Stuten gegenüber (rd. 4 Stuten pro Hengst). Diese Verteilung lässt erwarten, dass zahlreiche Welsh-Hengste nur geringe Chancen haben als stark frequentierte Vererber in Erscheinung zu treten. Zum Zuchtwert der meisten Hengste können daher wegen ihrer zahlenmäßig kleinen Nachkommenschaft nur wenig belastbare Aussagen gemacht werden.
  5. Mit deutlichem Abstand liegt das Pferdestammbuch Weser-Ems wie 2006 weiterhin an der Spitze der Rangliste aller deutschen Zuchtverbände, gefolgt vom Ponyverband Hannover. Gegenüber der Rangierung von 2005 auf 2006 haben sich auf den Rangplätzen 7-14 keine Verschiebungen ergeben.

Im Statistik-Bericht II.Teil wird über die eingetragenen Welsh-Bestände einzelner Pferdestammbücher bzw. Ponyverbände berichtet. Außerdem werden Bemerkungen zu den Entwicklungen bei anderen Pony-Rassen gemacht. Aussagen über die registrierten Welsh-Fohlenbestände bilden den Abschluss.