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Bemerkungen
zur Welsh-Statistik 2006

von Eberhard Holin
Teil II

Zur Verteilung der eingetragenen Stuten und Hengste
der Rasse Welsh bei den deutschen Zuchtverbänden

Im Teil II der Bemerkungen zur Statistik 2006 sollen folgende Informationen gegeben werden:

  • Ranglisten der einzelnen Sektionen A, B, C, D auf der Basis ihrer Verteilung bei den einzelnen Pferdestammbüchern und Ponyverbänden
  • Zu den Entwicklungen bei anderen Ponyrassen
  • Zu den registrierten Fohlenbeständen
 
Welsh-As, stabilisiert und im Anstieg
*Die Anzahl der in Sachsen u. Thüringen registrierten Welsh-As
der Jahre 04/03 u. 1998 wurden wegen der Fusion beider Verbände in 2005 summiert.

Beim Pferdestammbuch Weser-Ems sind Ende 2006 insgesamt 141 Welsh-As (120 Stuten/21 Hengste) registriert, mit deutlichem Abstand die größte Welsh-A-Population bei allen deutschen Zucht- und Ponyverbänden vor Westfalen mit 87 Welsh-As (70 Stuten/17 Hengste) und Hannover(P) mit 74 Welsh-Mountains (61 Stuten/13 Hengste).

Der Welsh-A-Bestand ist im Zuchtgebiet Weser-Ems von 121 Tieren in 2003 auf 141 in 2006 um 20 Tiere gestiegen (+14,19%). Dieser erfreuliche Anstieg der registrierten Tiere ist sicherlich auf das deutlich sichtbare Engagement einzelner Züchter zurückzuführen, wie z.B. Enno Siemers/Leybucht. Auf dieser Zuchtstätte stehen zur Zeit 14 tragende Welsh-A-Stuten und 8 gekörte Welsh-A-Hengste (Stand Anfang Mai 07). Ebenso ist es in Westfalen von 2005 auf 2006 zu einem Anstieg der registrierten Welsh-As gekommen.

In Westfalen stehen weitere Welsh-As, die nicht beim Pferdestammbuch Westfalen registriert sind, wie z.B. auf dem Gestüt Vier Jahreszeiten von Markus Arnold in Oelde. Er besitzt zur Zeit u.a. 25 trächtige Welsh-A-Stuten, die beim Welsh Stamboek(NL) eingetragen sind.

Auch in Sachsen-Anhalt, in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz-Saar ist auf niedrigerem Niveau ein Anstieg des Welsh-A-Bestandes zu verzeichnen. Beim Bayerischen Ponyverband hat es bei den registrierten Welsh-As von 2003 auf 2006 einen Abschwung von 15 Tieren gegeben. Ein Teil dieser Welsh-As ist wahrscheinlich beim Zuchtverband für deutsche Pferde (ZV f. dt. Pferde) registriert.

Der Anstieg der Welsh-A-Gesamtpopulation von 599 Tiere in 2005 auf 647 Tiere in 2006 (+48 T.) beträgt +7,42%.

 
Welsh-Bs mit starken Verlusten, besonders im Rheinland

Der stärkste Bestand an Welsh-Bs ist Ende 2006 beim Pferdestammbuch Weser-Ems mit 147 Tieren (129 Stuten/18 Hengste) registriert, 2005 betrug die Gesamtzahl 157 Tiere. Verglichen mit dem eingetragenen Bestand von 1998 und 2006 beträgt der Verlust 30 Tiere (-16,7%).

Beim Ponyverband Hannover verringerte sich die Anzahl von 1998 auf 2006 um 39 Tiere
(-23,5%), in Schleswig-Holstein/HH im Vergleichszeitraum um 31 Tiere (-30,7%), beim Bayerischen Ponyverband um 65 Tiere (-48,51%), beim Pferdestammbuch Rheinland um 82 Tiere (-54,67%), beim Pferdestammbuch Westfalen um 23 Tiere (-31,51%).

Über alle Pferdestammbücher und Ponyverbände hinweg beträgt der Abschwung an registrierten Welsh-Bs von 1998 auf 2006 275 Tiere (-24,69%).

 
Welsh-Cs

Beim Pferdestammbuch Rheinland sind die meisten Welsh-Cs registriert, 34 Tiere insgesamt (26 Stuten/8 Hengste), doppelt soviel wie in Schleswig-Holstein/HH, Hannover(P) und Hessen(P).

Der Bestand in Sachsen-Thüringen erscheint mit 15 Tieren stabil (11 Stuten/4 Hengste). Die Pionierarbeit von Paul Neuss (Gestüt SHE Schlicher-Heide), Rolf Kristen (Deroks) und Michael Schmidt (Golden C), alle Zuchtgebiet Rheinland, haben in der deutschen Welsh-C-Zucht deutliche Spuren hinterlassen.

Nach dem Tief in 2005 mit 127 Tieren ist in 2006 mit 141 T. ein Anstieg zu verzeichnen.

Welsh-Cobs(Ds) auf niedrigem Level stabilisiert

Der hessische Ponyverband besaß 2006 mit 74 Tieren (64 Stuten/10 Hengste) den stärksten Welsh-Cob-Bestand, gefolgt vom Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/HH mit 66 Tieren (47 Stuten/19 Hengste) und dem Pferdestammbuch Westfalen mit 53 Tieren (45 Stuten/8 Hengste).

In Westfalen hatte sich der registrierte Bestand von 84 Tieren in 1998 auf 45 T. in 2003 reduziert, ein Verlust von 39 Tieren (-46,43%). Inzwischen ist in diesem Zuchtgebiet wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen (+7 Tiere von 2005 auf 2006).

In Sachsen-Thüringen und Berlin-Brandenburg zeigt sich bei den eingetragenen Beständen deutlich ein positiver Trend. Beim ZV f. dt. Pferde sind 2006 13 Welsh-Cob-Stuten und 11 Welsh-Cob-Hengste eingetragen.

Beim Pferdestammbuch Baden-Württemberg sind in 2006 lediglich 4 Welsh-Cob-Stuten registriert, 1998 waren es noch 21 Stuten und 1 Hengst.

Nach einem Hoch in 2003 mit 584 Tieren (483 Stuten/101 Hengste) ergab sich in 2005 und 2006 eine Stabilisierung auf 522 Tiere (418 Stuten/104 Hengste), Verlust von 62 Tieren (-10,62%).

Eingetragene Stuten u. Hengste beim ZV f. dt. Pferde

Beim Zuchtverband für deutsche Pferde sind Ende 2006 insgesamt 106 Welsh registriert, 17 Welsh-As (6 Stuten/11 Hengste), 60 Welsh-Bs (44 Stuten/16 Hengste), 5 Welsh-Cs (3 Stuten/2 Hengste) und 24 Welsh-Cobs (13 Stuten/11 Hengste), damit sind bei diesem Verband z.Zt. 66 Stuten und 40 Hengste eingetragen. Im Vergleich zu 2005 ergibt sich eine Steigerung um 16 Tiere (+22,42%), davon 3 Welsh-As, 2 Welsh-Bs, 5 Welsh-Cs und 6 Welsh-Ds.

Zur Verbreitung der Pony-Rassen in Deutschland

Im Jahr 1995 waren bei den Zuchtverbänden noch 40 244 Pony-Stuten und 3685 -Hengste eingetragen. Ende Dezember 2006 hatte sich der registrierte Stutenbestand auf 28 735 Pony-Stuten (-28,1%) vermindert. Die Zahl der registrierten Hengste betrug 2006 3780 Tiere (+2,5%).

Im Jahr 2006 waren bei den Haflingern die meisten Stuten registriert, 7390 von 28 735 Stuten aller Ponyrassen (25,7%), bei den Deutschen Reitponys 6403 (22,3%), bei den Isländern 5266 (18,4%), bei den Shetlands 2847 (9,9%) und bei den Welsh-Ponys 1725 (6%), gefolgt von den Fjords 1166 (4%).


Im Zeitraum von 1996-2006 hat sich bei den Haflingern der Bestand an registrierten Stuten um knapp 50% verringert. Auch bei den Deutschen Reitpony-Stuten ist ein Abschwung von fast einem Drittel und bei den Shetland-Stuten von fast 40% zu verzeichnen.

Bei den Shetland-Stuten resultiert dieser Verlust in diesem (Größen-)Segment sicher auch aus der Konkurrenz zu den Deutschen Partbred Shetland- und Deutschen Classic Ponys. Bei den Isländern wurde der Stutenbestand nahezu stabil gehalten. Bei der Rasse Welsh ist gegenüber den genannten zahlenmäßig stärkeren Pony-Rassen die Reduzierung des Stutenbestandes im Vergleichszeitraum um rd. ein Fünftel eher als moderat zu bezeichnen.

Die Welsh-Stuten verteilten sich 2006 auf 505 Welsh-A-Stuten, 687 Welsh-B-, 118 Welsh-C- und 418 Welsh-D-Stuten.
Insgesamt betrug 2006 die Anzahl der registrierten Welsh-A-Stuten und -Hengste 647 Tiere (30%), Welsh-B 839 Tiere (39%), Welsh-C 141 (7%) Tiere und Welsh-D 522 (24 %) Tiere (2149 Stuten und Hengste insgesamt).


Eingetragene Fohlen der Rassen Haflinger, Deutsche Reitponys, Isländer, Shetlands und Welsh

Im Folgenden soll das Aufkommen der registrierten Fohlen bei den genannten Ponyrassen beschrieben werden.

Den stärksten Abschwung verzeichnen die Haflinger

Der Vergleich der registrierten Haflingerfohlen von 1996 und 2006 zeigt eine Differenz von 3400 Fohlen (-60,3%), ein Schwund, den in diesem Ausmaß keine andere der aufgeführten Ponyrassen zu verzeichnen hat.

Für das Zuchtgebiet Bayern zeigt sich folgendes Bild:
Beim bayerischen Verband waren registriert:

2006  2288 Haflingerstuten u. 584 Fohlen,
2005  2404 Stuten u.  684 Fohlen,
2000  2840 Stuten u.  723 Fohlen,
1998  3443 Stuten u. 1003 Fohlen,
1997  3758 Stuten u. 1275 Fohlen.

Von 1997-2006 sank die Zahl der beim bayerischen Verband registrierten Fohlen von 1275 auf 584 Tiere/-54,2%. In 2006 waren in Westfalen 1056 Haflingerstuten eingetragen und 299 Fohlen wurden registriert, in Sachsen-Thüringen waren 779 eingetragene Stuten zu verzeichnen und 290 Fohlen wurden registriert. Beim ZV f.dt. Pferde wurden 104 Haflingerfohlen in 2006 eingetragen.

Auch bei den Deutschen Reitponys hat sich im Vergleichszeitraum die Anzahl der registrierten Fohlen nahezu um ein Drittel verringert. Das Minimum lag in 2004 bei 2648 Fohlen. Bis zum Jahr 2000 lag die Zahl der registrierten Haflingerfohlen deutlich über der Anzahl der eingetragenen Reitponyfohlen.

Ab 2001 ist die Anzahl der registrierten Reitponyfohlen größer als die Zahl der eingetragenen Haflingerfohlen. In 2005 lag die Differenz bei 391 und in 2006 bei 477 Fohlen. Es wird die Prognose gewagt, dass sich dieser Abstand in den kommenden Jahren zu Gunsten der Rasse Deutsches Reitpony weiter vergrößern wird, weil sich ihre Attraktivität hinsichtlich ihres Einsatzes in allen Sparten des Turniersports und des Freizeitreiterbereichs weiter verbessert.

Die Herausstellung der Haflinger als die „idealen Freizeitpferde“ wirkt langfristig als Handikap und kann ihre schwierige Konkurrenzsituation gegenüber den Deutschen Reitponys auf Dauer nicht nachhaltig zu ihrem Vorteil verändern. 

Die Anzahl der registrierten Isländerfohlen hat sich nach dem Tief in 2000 von 2176 Fohlen von 2005 auf 2006 wieder spürbar positiv auf 2406 Tiere entwickelt, +228 Fohlen/+9,3%.

Zu den Fohlen der Rasse Welsh

Im Vergleichszeitraum von 1996-2006 liegt der Höchststand mit 1016 Welsh-Fohlen im Jahr 1996 und der Tiefstand mit 608 Tieren im Jahr 2004. Das bedeutet eine Differenz von 408 Tieren (-40,16%).

Von 1998 sank das Fohlenaufkommen von 694 über 676 in 1999 auf 645 in 2000. Mit 696 Fohlen wurde in 2002 wieder ein Maximalstand von 696 Tieren erreicht, um dann wieder um 88 Tiere auf 608 in 2004 abzusinken (-12,27%).

In 2005 wurde dieser Abschwung wieder durch einen Anstieg von 52 Fohlen (+7,4%) halbwegs kompensiert. Dieser Stand wurde auch in 2006 gehalten. Gleichwohl ist der Fohlenbestand von 2006 um 51 niedriger als der von 1998 (-7,35%).

Im Vergleichszeitraum von 1996-2006 sank das Aufkommen an registrierten Welshfohlen insgesamt von 1016 auf 643 (-373 Fohlen/-36,7%).

In 2005 waren bei den deutschen Zuchtverbänden 1714 Welsh-Stuten registriert. Aus diesen Stuten fielen in 2006 643 Fohlen, d.h., nur knapp jede dritte Stute (2,66) wurde erfolgreich in der Zucht eingesetzt. Die Produktion dieser 643 Fohlen verteilte sich rein rechnerisch auf 414 registrierte Welsh-Hengste.

Zusammenfassung

Beim Pferdestammbuch Weser-Ems sind 2006 die zahlenmäßig stärksten Welsh-A- und Welsh-B-Populationen registriert. Der Anstieg des registrierten Welsh-A-Bestands von 2005 auf 2006 beträgt 48 Tiere (+7,4%). Der Bestand an registrierten Welsh-Bs hat sich von 1998 auf 2006 um 275 Tiere verringert (-24,69%). Starke Verluste verzeichnen Hannover(P) (-23,5%), Schleswig-Holstein/HH (-30,7%), Bayern (-48,5%), Rheinland (-54%) und Westfalen (-30%).

Bei den Welsh-Cs ist nach dem Tief in 2005 mit 127 Tieren in 2006 mit 141 Tieren ein deutlicher Aufschwung zu verzeichnen. Beim Rheinischen Pferdestammbuch sind mit 34 Tieren die meisten Welsh-Cs registriert.

Beim Hessischen Verband (P) sind mit 74 Welsh-Ds die meisten Welsh-Cobs eingetragen, die wenigsten in BaWü, nur 4 Stuten. Der eingetragene Welsh-Cob-Bestand hat sich mit jeweils 522 Tieren in 2005 und 2006 auf niedrigem Level stabilisiert.

Die Haflinger stellen 2006 mit 25,7% von allen 28735 eingetragenen Ponystuten den größten Bestand, gefolgt von den Deutschen Reitponys mit 22,3%, den Isländern mit 18,4%, den Shetlands mit 9,9% und den Welsh mit 6%. Die Haflinger verzeichnen im Zeitraum von 1996-2006 bei den registrierten Fohlen mit -60,3% den stärksten Schwund. Die Deutschen Reitponys haben einen Verlust von -30,1 %, die Shettys von -39,9% und die Welsh von -36,7%.

Quelle der benutzten Daten
Jahresberichte der FN von 1997-2006  und weitere Informationen der FN