Im Blick der Statistik

von Eberhard Holin

Die Zuchtklassen auf den Bundesschauen
der IG Welsh von 1994 - 2000

 
Fragestellung
Die Beschickung der Zuchtklassen auf den Bundesschauen ist rückläufig. Stimmt diese Feststellung, und welche Tatsachen verursachen diesen Abschwung?

Zur Situation
Dem Vorstand der IG wird bezüglich unserer Verbandsarbeit seit längerem das Fehlen eines Leitbildes und fehlende Zieldefinitionen zum Vorwurf gemacht. Nun liegen sie auf dem Tisch, nachzulesen in "Welsh aktuell", Ausgabe Dezember 2000, S. 8-9. Auf niedrigem Level hat hier unser Vorstand den Versuch gemacht, die Zukunft der IG Welsh zu beschreiben.

Eine Zieldefinition setzt immer eine Bestandsanalyse und eine Positionsbeschreibung voraus: das haben wir bis jetzt erreicht, diese oder jene Ziele können wir mit unseren Ressourcen kurz- bzw. langfristig erreichen. Außerdem hat eine Zielbeschreibung keinen statischen und endgültigen Charakter, ständig muss sie revidiert und neu gefasst werden. In diesem dynamischen Prozess muss besonders das Verhältnis unserer IG zur WPCS, zur FN und zu den Zuchtverbänden ständig beschrieben und immer wieder aktualisiert werden. Vor allem das Abklopfen des EU-Rechts nach Möglichkeiten, die Fach-Kompetenzen der WPCS und der IG Welsh in zukünftige Regelungen einzubringen und der FN und den Zuchtverbänden in ihrer züchterischen Arbeit Hilfestellung zu geben, ist eine vordringliche Aufgabe; denn in diesem Bereich sind endgültige und bindende Entscheidungen noch nicht gefallen. Ein besonderes Anspruchsniveau unserer IG auf diesem Gebiet ist zurzeit nicht zu erkennen; Visionen fehlen.

Eine geschlossene Bestandsanalyse unserer IG liegt bis heute nicht vor. Die Ansätze Einzelner sind von unserem früheren und jetzigen Vorstand nicht aufgegriffen und weiterverfolgt worden. Präzise Zieldefinitionen sind daher kaum möglich. Fehlende Zieldefinitionen aber führen besonders in einer dezentralisierten Organisation zu "Trouble" und Verunsicherung. Ein Auseinanderdriften der unterschiedlichen Positionen ist die Folge, Polarisierungen sind an der Tagesordnung. Konsens wird zum Fremdwort. Unter Einfluss- und Machtaspekten wird massiv oberflächliche Meinungsbildung betrieben und Funktionsbereiche werden mit Gleichgesinnten besetzt. Gleichschaltung heißt die Devise. Anders Denkende werden isoliert und ausgegrenzt. Im Normalfall geben diese Mitglieder auf und ziehen sich zurück. So gehen Kompetenzen verloren. Aus jedem rigiden Führungsverhalten resultiert auf Dauer Verlust an Vielfalt und Substanz. Konformität und Schwächung der Organisation sind das Ergebnis.

 
Zielsetzung
Die Bundesschauen sind das Aushängeschild für die deutsche Welsh-Zucht.

Vor diesem Anspruch ist eine Bestandsanalyse der Beschickung der Zuchtklassen der letzten Bundesschauen ein Instrument, um mögliche Veränderungen im Verhalten unserer Mitglieder und in unserer Verbandspolitik zu beschreiben und zu begründen.

  • Hat für unsere IG der Zuchtteil - der frühere Schwerpunkt unserer Bundesschauen - an Bedeutung und Gewichtung    verloren?
  • Wie ist die Gesamtentwicklung? Zeigen sich bei den einzelnen   Sektionen und bei den Partbreds Unterschiede? Welche Verschiebungen haben sich ergeben?

Die in unseren Jahrbüchern veröffentlichten Schau-ergebnisse bilden die Basis für diese Analyse.


Tab. 1: Bundesschauen der IG Welsh von 1994 - 2000
Anzahl der ausgestellten Ponys/Cobs/Pbs
geordnet nach Sektionen und Pbs

Die Tabelle 1 zeigt alle ermittelten Daten im Überblick.
Die Tabelle 2

Die Bundesschau in Menden (95) liegt für den Zeitraum der letzten 11 Jahre - von 1990 bis 2000 - an der Spitze mit 196 ausgestellten Tieren, gefolgt von der Schau in Alsfeld (97) mit 161 und Rhynern (98) mit 160 Tieren. Die Schauen in Freudenberg (90) mit 126 Tieren und Bad Harzburg (91) mit 137 und (92) mit 133 Tieren und Standenbühl (93) mit 159 Tieren sind in den Tabellen nicht dargestellt.

Besonders sichtbar wird das kontinuierliche Absinken der Beschickung von Alsfeld (97) mit 161 Tieren über Alsfeld (99) mit 149 Tieren und Alsfeld (00) mit 125 Tieren; das bedeutet einen Rückgang um 22,4 %. Der Rückgang der ausgestellten Tiere auf der Schau in Menden (95) in Bezug zur Jubiläumsschau in Alsfeld (00) beträgt 36,3 %.


Die Tabelle 3

Die ausgestellten As zeigen auf den Schauen in Menden (95) mit 37, Alsfeld (97) mit 38 und Rhynern mit 39 Tieren in etwa ein gleich hohes Plateau. Von Alsfeld (97) mit 38 Tieren über Alsfeld (99) mit 24 und Alsfeld (00) mit 16 Tieren zeigt sich ein kontinuierlich rückläufiger Trend um rd. 58 %, die stärkste Abnahme bei allen Sektionen.


Die Tabelle 4

Bei den ausgestellten Bs findet sich auf den Schauen in Alsfeld (97) mit 39 über Alsfeld (99) mit 27 und Alsfeld (00) mit 29 Tieren ein Rückgang von 25,7 %. Auf der Schau in Standenbühl waren lediglich 15 Bs angetreten. Die vergleichsweise mageren Beschickungszahlen der As (16 Tiere) und Bs korrespondieren mit dem geringen Aufkommen dieser beiden Sektionen im Zuchtbereich Rheinland-Pfalz-Saar. Die dominierende Stellung der Cob-Gestüte Epona und Palatinate zeigt sicher auch hier ihre Auswirkungen.


Die Tabelle 5

Lediglich bei den Cs findet sich eine erfreuliche Entwicklung. Die Maximalwerte mit 23 Tieren der Schauen von Standenbühl (96) und Rhynern (98) wurden von der Jubiläumsschau nur knapp verfehlt. Von Alsfeld (97) über Alsfeld (99) auf Alsfeld (00) zeigt sich ein Aufschwung um 38,1 %.


Die Tabelle 6

Auch bei den Ds ist ein insgesamt rückläufiger Trend zu registrieren. Mit 73 ausgestellten Cobs liegt die Schau in Menden (95) an der Spitze. In den folgenden Jahren ist dieses Spitzenergebnis mit Abstand nicht mehr erreicht worden. Von Menden (95) auf die Jubiläumsschau in Alsfeld beträgt der Rückgang 46,58 %. Von Alsfeld (97) auf Alsfeld (00) reduzieren sich die ausgestellten Ds um 22 % und von Alsfeld (99) auf Alsfeld (00) um 31,6 %.


Die Tabelle 7

Bei den Welsh-Partbreds wurden die Maximalwerte auf den Schauen in Alsfeld (94) mit 40 und in Menden (95) mit 41 Tieren erreicht. Auf den Bundesschauen der folgenden Jahre ist bei den Pbs ein kontinuierlicher Abschwung von Alsfeld (94) auf Alsfeld (00) um 50 % zu verzeichnen.

Welsh-Partbred verabschieden sich ...


Weiterführende Bemerkungen

Mit Abstand war die Bundesschau in Menden (95) mit insgesamt 196 ausgestellten Tieren die am besten beschickte Bundesschau der letzten 11 Jahre. Die guten Beschickungszahlen dieser Schau resultieren u.a. aus:

  • der zentralen Lage des Veranstaltungsortes in der Mitte von NW mit einer guten verkehrstechnischen Anbindung an das Autobahn-Netz Nord-Süd und West-Ost
  • der unmittelbaren Nachbarschaft zu städtischen Ballungszentren
  • einer stark mobilisierten Regionalgruppe und Helferschaft
  • einer motivierten und konsens-orientierten Mitgliedschaft aus allen Regionalgruppen
  • einer optimal vorbereitenden und begleitenden Arbeit in den örtlichen und überörtlichen Presseorganen.
Neue Verbandspolitik führt zu Veränderungen

In den folgenden Jahren zeichnete sich in der Verbandspolitik der IG Welsh bezüglich ihrer Schwerpunkte eine immer stärker werdende Akzentverschiebung ab. Vorstand und Beirat beschäftigten sich in der Hauptsache mit der Intensivierung und Vergrößerung des Prüfungsangebots für Freizeitreiter- und -fahrer; züchterische Fragestellungen verblassten im Hintergrund. Über diese Tatsache täuscht auch nicht das starke Engagement der IG für die Anerkennung der Zuchtprüfung Welsh (ZPW) hinweg, deren Durchführung im Jahre 2000 wegen fehlender Teilnehmer abgesagt werden musste. Es gehört zu den "Highlights" unseres Managements, dass diese Prüfung schon seit Jahren ausgerechnet in den Bereich des hessischen Zuchtverbandes gelegt worden ist, der mit dieser Prüfung seine ausgewiesenen Schwierigkeiten hat. Von einer Aufnahme dieser Prüfung in die Zuchtverbandsordnung (ZVO) sind wir leider immer noch entfernt.

Bundesschauen verändern ihr Gesicht

Für die Bundesschauen der letzten Jahre wurden immer auch Dressur- und Springprüfungen nach der LPO der FN ausgeschrieben, gleichwohl erfreuten sich die Prüfungen nach der Welsh-Prüfungsordnung(WPO) steigender Nachfrage. In einem Kommentar zur Organisation und Durchführung der Bundesschau 96 in Standenbühl schrieben Lynn und Rolf Derikartz in einem Leserbrief: "Was wir vorfanden, war eine Schau, auf der die Zuchtschau nur noch ein Feigenblatt und offensichtlich ungeliebtes Anhängsel der "Sports" war...So kann es nicht weitergehen. Wenn die Züchter nur noch als zahlende Lückenbüßer behandelt werden..."(Vgl."Welsh aktuell", Ausgabe Januar 1997, S.24-26).

So beschrieb denn auch folgerichtig die bekannte Pferde-Buch-Autorin Christiane Gohl die Zuschauer auf der Bundesschau in Rhynern als "...Publikum, das sich hauptsächlich aus Freizeitreitern und -fahrern zusammensetzte..." (Vgl.Pegasus, Ausgabe 10/98, S.18). Die Katze aus dem Sack ließ dann endgültig der damalige Vorsitzende der IG Welsh Dieter Bonin, als er in einem Interview des Pferde-Magazins "Cavallo" massiv das herkömmliche Turniergeschehen geißelte und die "eigentlichen" Pferde-Liebhaber ganz eindeutig im Freizeitbereich festmachte. "Diese Leute haben die Nase gestrichen voll davon, sich wochenlang für einen Auftritt im Dressurviereck zu quälen," weiß Dieter Bonin", (Vgl."Cavallo", Ausgabe März 1999, S.114-119; siehe dazu auch "Welsh aktuell", Ausgabe April 1999, S.31ff.). In diese Kerbe schlägt auch Frau Martina Hofgärtner: "Dieser (Freizeitreiter) sucht ebenso die Herausforderung, nur ist ihm die normale Viereckkreiserei zu stupide, der "Schwarz-weiß-Look" zu uniformiert, das Turniergeschehen zu unpersönlich etc.", (Vgl."Welsh aktuell", Ausgabe März 2001, S.46 ff.). Besserwisserei?

Spaß oder sportliche Leistung?

Der Freizeitreiter- und -fahrerbereich ist, auf den Leistungsstand seiner Aktiven bezogen, sehr heterogen. Bernhard Tschoepke setzte sich mit diesem Begriff schon früher kritisch auseinander. Er definierte wie folgt: "Nach allgemeinem Empfinden wird als Freizeitreiter die Gruppe der Reiter bezeichnet, die zwar sicher auf dem Pferd sitzen können, aber kein bemerkenswertes reiterliches Niveau erreicht haben und auch nicht planmäßig trainieren," (Vgl."Welsh aktuell", Ausgabe Januar 1997, S.31 ff.). Diese Leistungsbeschreibung bezieht er sicher auch auf die Freizeitfahrer. In diese Richtung läuft die augenblickliche Diskussion in einem Teil der Leserbriefe von "Welsh aktuell", Ausgabe März 2001.

Aber dieser Ansatz ist nicht neu. Sabine Hodges hat bereits früher von der "echten" Freizeitreiterei geschrieben und dabei den von Bernhard Tschoepke genannten Bereich gemeint, (Vgl."Welsh aktuell", Ausgabe Oktober 1996, S.19). Ilse Astor geht es vor allen Dingen darum, "...den Spaß am Mitmachen zu erhalten", ohne sich selbst oder das Pferd zu überfordern, (Vgl."Welsh aktuell", Ausgabe Januar 1996, S.26/27; im Widerspruch dazu wieder Bernhard Tschoepke: "Der Sinn des Bundeswettbewerbes im Freizeitreiten ist...nicht in erster Linie den Teilnehmern an dieser Prüfung schöne Stunden zu bescheren," (Vgl."Welsh aktuell", a.a.O.).

Der starke Niveau-Unterschied bei den Freizeitreitern und -fahrern macht der IG zu schaffen. Dem einen sind die gestellten Anforderungen zu niedrig, dem anderen sind sie zu hoch. Welsh-Pony- und -Cob-Fahrer, die sich auf den herkömmlichen Fahrturnieren auf L- und M-Niveau messen, bleiben wegen des auf unseren Bundesschauen vergleichsweise niedrigen Anforderungsniveaus zunehmend zu Hause.

Führzügelklasse auch für Erwachsene?

Die derzeitige Öffentlichkeitsarbeit der IG bedient natürlich - weil adressatenbezogen - gerade auch den von Bernhard Tschoepke beschriebenen Teilbereich. Wenn in einem Bericht über die Regionalschau in Paaren/Glien geschrieben und veröffentlicht wird: "Erstmals gab es auch ein E-Stilspringen, das NN mit Stubbenhof Zorro und der Wertnote 6,5 quasi mangels Konkurrenz für sich entscheiden konnte. Dies Paar erreichte als einziges ein platzierbares Ergebnis. Da muss für das nächste Jahr wohl doch noch mal geübt werden," dann wissen wir, wo die IG Welsh ihre Klientel sucht und offensichtlich auch findet, (Vgl."Welsh aktuell", Ausgabe September 2000, S.15). Der Spaß am Reiten und Fahren, weniger die sportliche Leistung, stehen im Vordergrund. Das Gruppenerlebnis Welsh-Bundesschau als emotional hoch stilisiertes grandioses Welsh-Festival empfunden und in Szene gesetzt, das ist die "neue" Richtung.

Die derzeitige Diskussion in den Leserbriefen in "Welsh aktuell" zeigt deutlich, dass der oben beschriebene Teil des Freizeitreiterbereichs klar im Aufwind liegt. Der schon früher diskutierte Standpunkt "noch langsamer, noch niedriger, noch kürzer" verzeichnet eine wachsende Lobby. Eigentlich müsste auf unseren Bundesschauen noch eine Führzügelklasse für Erwachsene eingerichtet werden, damit das gesamte Leistungsspektrum abgegriffen und jedes individuelle Leistungsvermögen gebührend dargestellt werden kann.

Auf Grund dieser Verschiebungen verändert sich zwangsläufig auf unseren Schauen auch die Zusammensetzung des Publikums und unsere Mitgliedschaft.


Welsh-Partbreds verabschieden sich

Als Folge des Desinteresses unserer IG am herkömmlichen Turniergeschehen, bei dem sich ja bundesweit zahlreiche Welsh-Partbreds herausragend bewähren - was wäre der deutsche Reitpony-Sport ohne Welsh-Blut? - ziehen sich mehr und mehr Welsh-Partbred-Züchter aus dem Schau-Geschehen unserer IG Welsh zurück, (Vgl. die Tabelle 7). In Westfalen hat sich im Jahr 2000 eine IG der westfälischen Reitpony-Hengst-Halter gebildet, deren Gründungsmitglieder Martin Förster, Ulrike Hemschenherm, Klaus-Jürgen Henne und Michael Recker renommierte Welsh-Partbred-Züchter und (noch) unsere Mitglieder sind. Offensichtlich betrachten sie die IG Welsh nicht mehr als eigentliche Vertreterin der Welsh-Partbred-Zucht. So kann sich denn auch Martin Förster, der 1. Vorsitzende dieser IG, in Zukunft eine Beschickung der Welsh-Bundesschauen nicht mehr vorstellen. Im Klartext heißt das: Der IG Welsh brechen als Adressaten und als Teilnehmer an ihren Schauen weite Teile der deutschen Reitpony-Zucht und des Reitpony-Sports weg; ein großes Gestaltungspotential geht der IG Welsh verloren.

Welcher Züchter oder Sportler hat schon Interesse - bei langer kostspieliger Anfahrt und mehrtägiger Unterbringung - seine Tiere auf einer Bundesschau auszustellen, wenn die entsprechenden Zuchtklassen nur zwei oder drei Mitbewerber zählen und für Ponys auf zeitgleichen heimischen Turnieren eine Vielzahl von Sportprüfungen angeboten werden?


Weitere Auswirkungen

Diese grundsätzlichen Veränderungen, die sich deutlich in der Organisation, Durchführung und im Erscheinungsbild der jüngeren Bundesschauen niederschlagen, bleiben natürlich auch der FN, den deutschen Zuchtverbänden und der WPCS nicht verborgen. In ihrem Schau-Report über die Jubiläums-Bundesschau der IG Welsh in Alsfeld schreibt Mrs Willis-Burton vom Pentrefelin-Gestüt in England, die Richterin für die Cs und Ds:

"Der Schwerpunkt dieser Schau liegt auf der Vorstellung der Tiere als Reit- und Fahrpferde. Einige werden stark beansprucht, indem sie an einunddemselben Tag geritten, gefahren und an der Hand gezeigt werden. Einige von diesen führten Fohlen bei Fuß!...Der Reserve-Sieger der Sektion D war Chery Honja, eine Stute in einem herausragenden Sport-Typ, die (obwohl) 157 cm groß, typvoll, wohl proportioniert und außerordentlich athletisch war. In der Tat, sie ging im Reit-Wettbewerb vor der Zuchtklasse und von dort geradewegs vom (Zucht-)Championat in den Fahrwettbewerb. Der Gedanke schoss mir durch den Kopf, wann hat diese Stute Zeit zum Fressen gefunden?", (Vgl. WPCS Journal, Ausg. 2001, S.257).


Zusammenfassung

Die Bundesschauen der letzten Jahre haben sich verändert. Der Bereich Zucht verzeichnet eine stark abnehmende Tendenz, der "echte" Freizeitreiterbereich expandiert.

In den Zuchtklassen ist mit Ausnahme der Cs bei allen anderen Sektionen und bei den Welsh-Partbreds die Zahl der ausgestellten Tiere deutlich rückläufig:

1997 bis 2000

bei den As um - 58 %
bei den Bs um - 26 %
bei den Ds um - 22 %

bei den Pbs um - 50%.
Die Zahl aller auf den jeweiligen Bundesschauen
vorgestellten Zuchttiere sank von 1995 auf 2000 um 36 %.
 

Die Gründe für diese Entwicklung liegen u.a.:

  • in den allgemein geringer werdenden finanziellen Ressourcen unserer Züchter
  • in der geographischen Lage von Alsfeld
  • in einer allgemeinen Schaumüdigkeit
  • in unserer Verbandspolitik- in fehlenden Problemanalysen
    - in fehlenden Zieldefinitionen
    - in der Vernachlässigung wichtiger Marketingbereiche
    - im fehlenden Konsens in der Mitgliedschaft
    - im eindimensionalen Führungsverhalten
    - im fehlenden Führungskonzept
    - in Theorie- und Praxisdefiziten bei Vorstandsmitgliedern usw.

Abschließende Bemerkungen

Die IG Welsh laboriert zurzeit an mehreren Zielkonflikten. Sie sollte auf folgende Fragen Antworten geben:

  • Was definiert sie als Freizeit-Sport?
  • Was definiert sie als "Fortschritt" und "Leistung" in Zucht und Sport?
  • Besitzen die von der WPCS vorgegebenen Zucht- und Beurteilungsstandards für die IG noch Orientierungscharakter oder will sie einen "deutschen" Weg in Zucht und Sport beschreiten?
  • Welchen Stellenwert hat noch der Bereich "Zucht" in unserer Verbandspolitik?
  • Welche Adressaten will die IG Welsh in Zukunft vorrangig bedienen, die Züchter oder die "echten" Freizeit-Reiter?
  • Mit welchen Instrumenten will sie diese Zielkonflikte lösen?
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