"Deutsche Pony-Vierspänner einfach Spitze"

bei perfekter Organisation und auf idealen Turnierplätzen herausragende sportliche Leistungen

von Eberhard Holin
Das Jahr 2002 war für die deutschen Pony-Vierspänner einsame Spitze. Nicht nur, dass auf den nationalen Fahrturnieren in dieser Königsklasse herausragende sportliche Leistungen geboten wurden. Die internationale Anerkennung holten sich unsere Ponyfahrer Ende Juni zweifellos bei den Europa-Meisterschaften im englischen Sandringham/Norfolk, wo neben dem Gold für die Mannschaft (Bücker, Gerkens, Gerich) auch die Einzelmedaillen Gold an Dirk Gerkens/Westfalen, Silber an Gerhard Gerich/Sa-Anh. und Bronze an Tobias Bücker/Westfalen fielen. Dazu kamen noch der vierte Platz für Edwin Kiefer/Horb, der siebte für Martin Thiemann/Westfalen und Platz zehn für Alfred Köppen/Hessen.
Tobias Bücker,
bekannter Welsh-Fahrer

Dabei hatten 29 Gespanne aus sieben Nationen an dieser EM teilgenommen. Auch, wenn die dreifache Europa-Meisterin Georgina Frith, England, wegen ihres Gespannwechsels in diesem Jahr nicht mit den deutschen Fahrern konkurrieren konnte, so hätte sie sicherlich mit dieser Leistungsdichte auch ihre Probleme gehabt. Bei diesem internationalen Vergleich hätte es für die deutschen Fahrer nicht besser laufen können.

Susanne Habel mit Welsh-Bs
Dr. Dirk Sonntag mit Welsh

Vom 8.-11.August fanden dann die Deutschen Meisterschaften der Pony-Vierspänner auf der herrlichen Anlage der Pferdesportgemeinschaft Lähden/Weser-Ems statt. Hier waren neben den erfolgreichen England-Fahrern auch fast alle übrigen deutschen Vierspänner angetreten, um den frisch gebackenen Europa-Meistern und dem Publikum zu zeigen, dass hinter den Spitzengespannen weitere Crews sehr gut in der Lage sind, diese Spitze schön auf Trab zu halten. Bei dieser Meisterschaft konnte sich Gerhard Gerich nach 1996, 1998, 2000 und 2001 zum fünften Mal und zum dritten Mal in Folge mit dem Titel des Deutschen Meisters schmücken. Dabei hatte der Meister aus der Altmark Glück gehabt, denn eigentlich hätte Dirk Gerkens aufgrund seiner Bestzeiten in den Hindernissen der Marathonstrecke in diesem Jahr den Gesamtsieg erringen müssen, wenn er sich nicht im vierten Hindernis "Schultes-Heuerhaus" festgefahren hätte. Hinter Turbo-Gerhard setzten sich Dirk Gerkens, Tobias Bücker, Martin Thiemann, Edwin Kiefer, Louis Droemont, Detlef Randzio und Dieter Höfs auf die weiteren Plätze.

Dieter Höfs mit seinen Welsh-Bs
Tobias Bücker mit Welsh-Ponys

Ende September gaben sich dann die Pony-Viererzüge das letzte Stelldichein in der Saison 2002 auf der idealen Anlage des RuF St. Martin Greven-Bockholt. In Abwesenheit von Gerhard Gerich siegte Europa-Meister Dirk Gerkens vor Tobias Bücker, Martin Thiemann, Diethelm Kneifel und Karl-Heinz Wanstrath.

In den Fahrprüfungen der Pony-Viererzüge auf S-Niveau sind neben Gespannen mit deutschen Reitponys (Dirk Gerkens, Martin Thiemann, Diethelm Kneifel etc.) auch mehrere Gespanne zu finden, die entweder rein gezogene Welsh-Bs (Dieter Höfs, Susanne Habel) oder auch Welsh-Bs in Kombination mit einem Welsh-C (Dr.Dirk Sonntag) oder einem DR (Tobias Bücker) angespannt haben. In mehreren Gespannen sind Welsh-Partbreds zusammen mit DRs zu finden. Die Turnierkataloge geben leider nicht immer die entsprechenden präzisen Informationen. Zuweilen fehlen bei den Namen der Ponys die Präfixe und mit den Bezeichnungen Harry oder Susi ist oft wenig anzufangen.

Der fünffache DM Gerhard Gerich

Die Fahrsaison 2002 gehört für die Pony-Vierspänner-Fahrer sicher zu den erfolgreichsten der deutschen Fahrgeschichte. Zu diesem Erfolg haben neben den Fahrern und ihren gut gearbeiteten Ponys nicht zuletzt auch die ideal hergerichteten Austragungsstätten und die professionelle Turnierorganisation der Veranstalter nicht unwesentliche Beiträge geliefert.

Dirk Gerkens, neuer EM
Dr.Dirk Timmermann in Greven Karl-Heinz Wanstrath mit Welsh-Ponys