Bemerkungen zur Bundesschau 2004
Teil 2
von Eberhard Holin
Vorbemerkung
Im Folgenden möchte ich mich nicht zum Sportteil der diesjährigen Bundesschau äußern. Als ehemaliger Pressesprecher eines ländlichen Reitvereins (bis 2002) mit rd.600 Mitgliedern habe ich über 15 Jahre Gelegenheit gehabt, sportliche Leistungen sowohl bei Großpferde- als auch bei Pony-Reitern- und Fahrern zu erleben und in der Presse zu beschreiben.
  • "Aber nicht nur die Quantität dort beeindruckte sondern auch die Qualität der gezeigten Leistungen. Habe bei Caprilli und Dressur zugeschaut, war wirklich gut und hat als Zuschauer viel Spaß gemacht. Das Sportniveau ist im Vergleich zu vergangenen Bundesschauen enorm gestiegen...Hoffentlich bleibt das auch zukünftig so. So macht das Ganze auch als Zuschauer Spaß," Hodges.

Früher hatte ich schon mal öffentlich die Frage gestellt:

"Was definiert die IG Welsh als "Leistung" und "Fortschritt" in Zucht und Sport?"
Bis heute habe ich von offizieller Seite keine Antwort bekommen. Aus der Ferne möchte ich Niveau-Fragen bezüglich der in den Sport-Klassen gezeigten "sportlichen Leistungen" nicht kommentieren. Ich lasse daher die oben gemachten Äußerungen so stehen, wie sie von Frau Hodges gemeint sind.
Beschäftigen möchte ich mich jedoch mit einigen Aspekten des Zuchtteils der diesjährigen Bundesschau und einigen weiter führenden Sachverhalten, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.
  • Ein Teil unserer Mitglieder ist der Auffassung, dass der Bereich "Zucht" und die in der IG Welsh organisierten Züchter die eigentlichen und stabilisierenden Stand-Beine unserer "Interessengemeinschaft" sind.

Bemerkungen zur Bundesschau 2004

Auf unserer Seite "Standpunkte" haben sich verschiedene IG-Mitglieder zu der Anzahl der vorgestellten Ponys in den Zuchtklassen geäußert:
  • "Zwar waren in der Zucht weniger Ponys als sonst...," (Schreckenhöfer)
  • "Bei einer derartig geringen Besetzung der Zuchtklassen verliert man da schnell die Motivation. Schau ich mir da die Zahlen bei den Bs, Pbs und Cobs an, überkommt mich ein flaues Gefühl in der Magengegend," (Sgolik)
  • "Aber die geringe Teilnahme an Zuchtschauen stimmt sehr bedenklich. Da muss man sich schon mal tiefgründigere Gedanken machen woran das liegen könnte und neue Lösungsansätze für dieses Problem (und es ist eins!) suchen, damit wieder mehr Ponys auf Zuchtschauen ausgestellt werden. Vom Ignorieren dieses Zustandes wird es garantiert nicht besser," (Hodges)
  • "Hallo, die Bundesschau war dieses Jahr nicht so besonders. Die IG Welsh muss sich was einfallen lassen, damit die Züchter wieder mehr die Schau besuchen"...
    "Es ist ja schon mal was gewesen, dass man das Essen zum halben Preis bekam auf dem Züchterabend, aber man soll sich Gedanken machen, warum immer weniger Züchter kommen."
    "So kann es nicht weiter gehen, sonst macht sich die IG Welsh lächerlich mit der Bundesschau," (Voihs).

Bei allem Respekt vor der Zahlen-Phobie einiger unserer Mitglieder ("Ich lese keine Statistik, und dazu stehe ich," so eine Funktionärin unserer IG vor wenigen Wochen auf einer Regionalschau) zunächst doch ein kleines Zahlenwerk.

Ein Gesundungskonzept setzt immer eine Analyse der Defizite voraus, und die sollte man beim Namen nennen.

"Ohne Schau-System keine Standortbestimmung
für den Einzel-Züchter und die Gesamt-Zucht"

Die Bundesschauen sind Orientierungshilfe und Analyse-Instrument

Keine Zucht orientierte Interessengemeinschaft kommt ohne Schauen aus. Wo soll ein Vergleich von Zucht-Produkten stattfinden und damit auch ein Zucht-Fortschritt beschrieben werden, wenn nicht auf Zucht-Schauen. Bricht das Schauwesen einer IG zusammen, fehlt ihr jede Daseinsberechtigung. Das Schauwesen bildet die Existenz-Grundlage jeder IG. Daher stellen die Nennungszahlen unserer Schauen Fragen an die Existenzsberechtigung unserer Organisation. Vor diesem Hintergrund ist auch der Stellenwert der Regionalschauen nicht hoch genug einzuschätzen.

In der diesjährigen Schau-Saison sind wegen zu geringer Nennungszahlen die Welsh-Regionalschauen in Hannover, Hessen, Sachsen und Schleswig-Holstein/HH nicht zu Stande gekommen. Auch die Beschickungszahl der Welsh-Regionalschau in Rheinland-Pfalz-Saar hat 50 nicht überschritten (Bereich Zuchtklassen).

Vor diesem Hintergrund stellen sich die Fragen:

  • Setzt sich dieser Negativ-Trend auch bei der diesjährigen Bundesschau fort?
    Die jährliche Bundesschau ist doch das Highlight am Ende der Schau-Saison, quasi das Schaufenster unserer nationalen Welsh-Zucht.
  • Welche Sektionen sind besonders von rückläufigen Entwicklungen betroffen?
  • Welche Ursachungen könnten da vorliegen?

Eine Sichtung der Daten hinsichtlich der Beschickung der Zuchtklassen unserer Bundesschauen ist daher ein Instrument, um unter der Zielsetzung "Erhaltung unseres Schauwesens" mögliche Veränderungen im Verhalten unserer Mitglieder zu beschreiben und zu begründen, um gfs. eine positive Trendwende im Nennungs-Verhalten unserer Mitglieder zu erreichen. Grundlagen einer analytischen Bestandsaufnahme sind in der Regel vorliegende Daten.

Kleine Statistik
Bundesschauen von 1998 - 2004*
Tab.1 Die Anzahl der vorgestellten Welsh-Ponys/ -Cobs/ -Partbreds
*Ohne Wallache, Veteranen, Familien, Welsh-Derby, Quelle: HP der IG Welsh und IG Welsh-Jahrbücher.

Die Bundesschau von 2004 ist - gemessen an der Zahl der in den Zuchtklassen vorgestellten 100 Tiere - die am schwächsten beschickte Schau der letzten 6 Jahre. Damit setzt sich der Negativ-Trend, der sich schon bei den diesjährigen Regionalschauen deutlich angekündigt hatte, auch bei der diesjährigen Bundesschau fort. Heiko Meinardus diagnostiziert diese Entwicklung auch bei anderen Züchter-Organisationen und speziell bei Zuchtveranstaltungen, wie im Pferdeforum beschrieben.

Das Phänomen zurückgehender Nennungs- und Zuschauerzahlen findet sich also nicht nur auf den Schauen der IG Welsh.

Gleichwohl sollte diese pauschale Feststellung nicht fatalistisch als nur schwer beeinflussbares Ereignis hingenommen werden.

Die Frage ist, sind ein Teil der immer stärker ins Auge fallenden Probleme nicht vielleicht doch hausgemacht?

Daher gilt es um so dringlicher nach Verursachungen und Besonderheiten zu suchen, deren Behebung unter Umständen die Basis für ein zukünftiges Erholungs- und Gesundungs-Konzept bilden könnte.

Die einzelnen Sektionen und die Welsh-Partbreds

Die Welsh-As
Auf der diesjährigen Bundesschau sind insgesamt 35 Welsh-As vorgestellt worden, darunter fünf 3-jährige und ältere Hengste und fünf Fohlen.

Auf der Bundesschau in Rhynern 1998 wurde im Vergleichszeitraum bei den Welsh-As mit 39 vorgestellten Tieren das Maximum erreicht. Auf der Bundesschau in Menden 1995 waren 37 Tiere gezeigt worden. Unterhalb der Trendlinie liegen die Schauen in Alsfeld 1999 mit 24 und 2000 mit nur16 ausgestellten Tieren. Von Alsfeld 2000 auf Alsfeld 2001 drehte sich dieser Negative Trend. Dank großer Stutenklassen kam es nunmehr zu einer starken Verdoppelung der Zahl der ausgestellten Welsh-As. Kurioser Weise sank trotz dieser erfreulichen Entwicklung die Zahl der ausgestellten dreijährigen und älteren Hengste auf nur zwei Tiere (Mangels weiterer Konkurrenz mussten diese beiden A-Hengste - unabhängig von ihrer Qualität - auf der Bundesschau 2001 zwangsläufig die Titel Bundessiegerhengst und Reserve Bundessiegerhengst mit nach Hause nehmen). Die stark rückläufige Tendenz der Bundesschauen 1999 und 2000 ist offensichtlich bei den Welsh-As gebrochen, die Beschickungszahlen haben sich auf den Schauen 2001, 2002 und 2004 im dreißiger Bereich stabilisiert.

Die Welsh-Bs
Auf der diesjährigen Bundesschau sind 13 Welsh-Bs vorgestellt worden, darunter zwei 3-jährige und ältere Hengste und drei Fohlen.

Wie schon an anderer Stelle beschrieben, bahnt sich bei den Welsh-Bs ein Desaster an, auf das weder der IG-Vorstand noch der Zuchtausschuss bislang reagiert haben, obwohl auf der

IG-HP als auch in Welsh aktuell genügend Gelegenheit zu einem Kommentar möglich gewesen wäre, siehe den Bericht "Zur Verteilung der eingetragenen Stuten und Hengste der Rasse Welsh bei den deutschen Zuchtverbänden", auf dieser HP. Im Vergleichszeitraum ist die Zahl der ausgestellten Welsh-Bs von 32 Tieren auf der Bundesschau in Rhynern auf 13 Bs auf der diesjährigen Schau in Alsfeld geschrumpft. Die B-Züchter nehmen also nicht nur immer mehr Bs aus der Zucht, sondern stellen sie auch immer weniger auf der Bundesschau aus, im vorigen Jahr waren es auch nur 17 Tiere. Dabei ist die Sektion B bei den registrierten Welsh bundesweit nach wie vor die zahlenmäßig stärkste Fraktion (im Jahre 2003 Hengste161/775 Stuten, 936 Welsh-Bs insgesamt. So waren allein in Hessen Ende 2003 beim dortigen Ponyverband 12 Welsh-B-Hengste/67 Stuten (79 Tiere) eingetragen.
Die in den Zuchtklassen der diesjährigen Bundesschau präsentierten 13 Welsh-Bs stammen aus folgenden Zuchtgebieten:
Bayern 1, NL 1, Sachsen 1, Rheinland 1, Hessen 2, Rheinland-Pf./Saar 2, Ba-Wü 5
  • Spiegelt diese geringe Menge an vorgestellten Welsh-B-Ponys den qualitativen und quantitativen Stand der deutschen Welsh-B-Zucht wieder?
  • Warum gab es bei den Welsh-Bs Fehlanzeigen aus den Zuchtgebieten Westfalen, Weser-Ems, Hannover und Schlesw.-Holstein? Nur ein Welsh-B stammt aus den neuen Bundesländern.

Zu den 13 präsentierten Welsh-Bs zählen drei Fohlen und zwei 2-jährige Stuten. Im Klartext heißt das:

Die Basis für die Benennung der diesjährigen Titel:
Bundessiegerhengst/Res. Bundessiegerhengst/Bundessiegerstute / Res.Bundessiegerstute
Bundessieger/Res. Bundessieger bestand lediglich aus 8 Welsh-Bs.
Von unserem Vorstand hat es bisher keinen Kommentar
zu dieser desaströsen Entwicklung gegeben.
Die Welsh-Cs
Auf der diesjährigen Bundesschau sind 10 Welsh-Cs vorgestellt worden, darunter ein älterer Hengst und ein Fohlen.

Die Sektion Welsh-C ist seit Beginn der Welsh-Zucht in Deutschland die zahlenmäßig schwächste aller Welsh-Sektionen (Ende 2003 142 Tiere insgesamt). Auf den Bundesschauen in Standenbühl 1996 und Rhynern 1998 sind jeweils 23 Tiere vorgestellt worden. Von der Bundesschau 2000 mit 21 präsentierten Cs sank ihre Zahl auf der diesjährigen Schau auf 10 Tiere. Damit erreichte auch diese Sektion auf der Bundesschau 2004 den Tiefpunkt der letzten Jahre.

Die 10 Welsh-Cs stammten aus folgenden Zuchtgebieten:

Bayern 1, Rheinland 2, Hessen 3, Sachsen 4.

Abzüglich eines Stutfohlens und einer zweijährigen Stute bestand auch bei dieser Sektion die Basis für die Benennung der diesjährigen Championatstitel lediglich aus 8 Welsh-Cs.

Die Welsh-Ds
Auf der Bundesschau 2004 sind 32 Welsh-Ds (Welsh-Cobs) in den Zuchtklassen vorgestellt worden, darunter 3 Hengste und 10 Fohlen.

Auch bei den präsentierten Welsh-Ds ist insgesamt ein rückläufiger Trend zu registrieren. In den Zuchtklassen der Bundesschau in Menden 1995 sind 73 Welsh-Cobs vorgestellt worden. Dieses Spitzenergebnis ist in den Folgejahren mit Abstand nicht mehr erreicht worden. Das Minimum mit 25 Tieren lag bei der Bundesschau in Aachen 2002. Die Präsentation der 3-jährigen und älteren Cob-Hengste wurde von vielen Zuschauern immer als ein Höhepunkt unserer bisherigen Bundesschauen gewertet. In diesem Jahr sind zur Bundesschau nur 3 Cob-Hengste gekommen, einer aus dem Rheinland und zwei aus Rheinland-Pfalz/Saar.

In Hessen waren Ende 2003 beim dortigen Pony-Verband 13 Welsh-Cob-Hengste/70 Stuten eingetragen.

Was ist aus der Klasse der älteren Welsh-Cob-Hengste geworden, die zuweilen gern als sog. "Königsklasse" apostrophiert wird? Nur 3 ältere Welsh-Cob-Hengste sind auf der Bundesschau 2004 angetreten, um die deutsche Welsh-Cob-Zucht zu repräsentieren. 2003 waren bei den deutschen Zuchtverbänden insgesamt 101 Welsh-Cob-Hengste registriert. Wo sind diese Repräsentanten der deutschen Welsh-Zucht geblieben?
Die Welsh-Partbreds
Nun gelten nach Beschluss der WPCS als Welsh-Partbreds alle Tiere, die mindestens einen Welsh-Blutanteil von 12,5 % besitzen. Dieser Anteil berechnet sich aus den Pedigrees beider Elternteile. Mit diesem Kunstgriff ist die Zahl der Welsh-Partbreds unter den deutschen Reitponys ins Unermessliche gestiegen. Denn welches deutsche Reitpony besitzt in seinen früheren Generationen keinen Welsh-Vorfahren? Nun könnte man also erwarten, dass entsprechend dieser "Mobilisierung" von Welsh-Blut die Beschickungszahlen der Partbred-Klassen auf der diesjährigen Bundesschau in gleicher Weise ansteigen würden, wenn sie denn für Reitpony-Züchter interessant und Prestige trächtig wäre. Leider ist aber genau das nicht der Fall.

Auf der Bundesschau 2004 sind in den Zuchtklassen insgesamt 10 Welsh-Partbreds ausgestellt worden, darunter 2 Fohlen und kein Hengst.

Ein ähnlich kümmerliches Ergebnis hatte es bereits auf der Bundesschau Alsfeld 2001 gegeben. Auf dieser Schau waren insgesamt 9 Welsh-Partbreds angetreten, darunter kein Fohlen, dafür aber 3 dreijährige und ältere Hengste.

Die in diesem Jahr vorgestellten Welsh-Partbreds stammen aus den Zuchtgebieten:

Bayern 1, Rheinland 1, Hessen 2, Ba-Wü 6.

Wo sind die Welsh-Partbreds aus dem Rheinland, Westfalen, Weser-Ems und Hannover geblieben?

Die Welsh-Partbreds sind der IG Welsh verloren gegangen

Auf der Bundesschau in Alsfeld 1994 betrug die Zahl der vorgestellten Welsh-Partbreds 40 Tiere, auf der Bundesschau Menden 1995 waren es 41 Pbs. Im Verlauf von 10 Jahren ist ihre Zahl um 75 % gesunken.

Zitat aus 2001

  • "Als Folge des Desinteresses unserer IG am herkömmlichen Turniergeschehen, bei dem sich ja bundesweit zahlreiche Welsh-Partbreds hervorragend bewähren - was wäre der deutsche Reitpony-Sport ohne Welsh-Blut? - ziehen sich mehr und mehr Welsh-Partbred-Züchter aus dem Schau-Geschehen unserer IG Welsh zurück...
  • In Westfalen hat sich im Jahr 2000 eine IG der westfälischen Hengsthalter gebildet, deren Gründungsmitglieder Martin Förster, Ulrike Hemschenherm, Klaus-Jürgen Henne und Michael Recker renommierte Welsh-Partbred-Züchter und (noch) unsere Mitglieder sind. Offensichtlich betrachten sie die IG Welsh nicht mehr als eigentliche Vertreterin der Welsh-Partbred-Zucht. So kann sich denn auch Martin Förster, der 1.Vorssitzende dieser IG, in Zukunft eine Beschickung der Welsh-Bundesschauen nicht mehr vorstellen.
  • Im Klartext heißt das: Der IG Welsh brechen als Adressaten und als Teilnehmer an ihren Schauen weite Teile der deutschen Reitpony-Zucht und des Reitpony-Sports weg; ein großes Gestaltungspotential geht der IG Welsh verloren," aus: Holin, E., Die Zuchtklassen auf den Bundesschauen der IG Welsh von 1994 - 2000, auf dieser HP.

Inzwischen gehören 16 Hengsthalter dieser IG an. Sie pflegt ein eigenes Schau-Programm und ist als idealer Repräsentant der westfälischen Reitponys gern gesehener Gast auf Großveranstaltungen bundesweit. Die in dem Zitat aus 2001 getroffenen Feststellungen sind nun eingetreten.

Reduziert man die vorgestellten 10 Welsh-Partbreds um die 2 Fohlen und um die einjährige Welsh-Partbred-Stute aus dem Rheinland, so betrug die Basis für die Wahl der diesjährigen Championatstiere 7 Welsh-Pbs.

Was soll man zu diesem Niedergang sagen?

Norbert Hahn hat die IG Welsh verlassen
In diesen Zusammenhang passt die traurige Tatsache, dass Norbert Hahn, Zierenberg/Hessen, seit 17 Jahren Mitglied der IG Welsh, praktizierender Tierarzt, Partbred-Züchter und herausragender Kenner der deutschen und holländischen Partbred/Reitpony-Szene seine Mitgliedschaft in unserer IG gekündigt hat. Norbert Hahn hat in verschiedenen Welsh-Jahrbüchern publiziert: Jhb.1995 "Fohlenlähme", 1996 "Einflüsse der holländ. Sektion K auf die deutsche Partbred- u. Reitponyzucht", "Welsh-Partbreds in Holland", 1998 "Hans Georg Bönniger", 1999 Welsh-Partbreds bei den Bundeschampionaten", 2000 "Das Welsh-Partbred - ein Rück- und Ausblick", 2001 "Hengste im Examen". Inzwischen hat er die Bestätigung seiner Kündigung vorliegen. Von einem Dankeschön für seine geleistete Arbeit war nicht die Rede:
"...Wir hoffen, Sie jedoch auch weiterhin als Welsh-Freund zu behalten und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute", Clement/GF.
Als ehemaliger verantwortlicher Redakteur für das Welsh-Jahrbuch danke ich Norbert Hahn für seinen Einsatz im Interesse der Rasse Welsh.

Zusammenfassung
Die vorgelegten Daten machen deutlich, dass das Schauwesen der IG in eine noch nie da gewesene tiefe Krise geraten ist. Wegen zu geringer Nennungszahlen in den Zuchtklassen (aus welchen "lokalen" Gründen auch immer) sind in der Schausaison dieses Jahres vier Regionalschauen abgesagt worden, eine weitere Schau stand auf der Kippe und ist dann trotz schwachen Nennergebnisses durchgezogen worden (nur 50 Tiere sind gekommen). Dieser dramatische Negativ-Trend fand seine Fortsetzung in der Beschickung der diesjährigen Bundesschau.
In den Zucht-Bereichen Welsh-B, Welsh-C und Welsh-Partbred sind Tiefststände erreicht worden, die kaum zu toppen sind.
Michael Voihs hat Recht, wenn er schreibt:
"So kann es nicht weiter gehen, sonst macht sich die IG Welsh
lächerlich mit der Bundesschau.
"
  • Welchen züchterischen Wert besitzen die Championatstitel einiger Sektionen, wenn so wenig Tiere in den entsprechenden Zuchtklassen vorgestellt werden?
  • Bilden die auf dieser schmalen Basis gefundenen Championatstiere die Aushängeschilder für die deutsche Welsh-Zucht?
  • Warum werden die vorliegenden Zahlen nicht offen in Welsh aktuell diskutiert?
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Teil 3 folgt in Kürze