Ein neues Talent an die Front
Replik auf Christina Huke
von Eberhard Holin

Sehr heftig setzen Sie sich in ihren Beiträgen mit meinem Ausflug in die historische Vergangenheit der Cob-Zucht auseinander.

Dazu noch einige Textstellen
Dr.Wynne Davies:
  • In an attempt to trace the origin of the Welsh Cob, the Hackney, or any similar type, it must be remembered that non of these breeds is, in the true sense of the word, pure. There can be no doubt that the so-called roadsters* or Cobs were more or less admixtures of varieties. Already we have met Trotting Comet with his `cart horse` grandsire Black Jack; Welsh Flyer`s grandsire Cymro Llwyd, who was sired by an imported Arab; the Hackney Alonzo the Brave and True Briton, sired by a Yorkshire Coach horse. Dafydd Evans, writing in the Livestock Journal in 1902, writes that he `has never seen a pure-bred Welsh Cob although I have been judging at different Shows in ten out of twelve Welsh Counties and have taken first prize with stallions in ten Welsh Counties`”, The Welsh Cob, 1998, S.20.

    * Roadster = Pferde für den leichteren Reise-Wagen (Im ersten Index des Stud Books bis 1919 findet sich die Bemerkung: „Also Stallions used by and Mares belonging to the Pembrokeshire Pack Horse or Roadster Breeding Society“, S.3; Cart-Horse = Wagenpferd; Yorkshire Coach Horse = schweres Zugpferd aus Yorkshire .
Dazu die Übersetzung von Frau Rosenthal unter der Überschrift:
Von der Kreuzung zum „reinen“ Welsh-Cob:
  • In einem Versuch, den Ursprung des Welsh-Cobs, des Hackneys oder irgendeines ähnlichen Typs herauszufinden, muss daran erinnert werden, dass keine dieser Zuchten rein ist. Es gibt keinen Zweifel daran, dass die sogenannten „roadsters“ oder Cobs mehr oder weniger verschiedenartige Kreuzungen sind. Wir haben bereits schon Trotting Comet mit seinem „cart-horse“ Großvater Black Jack getroffen (Wir haben über...berichtet, Zus. Holin), Welsh Flyer`s Großvater Cymro Llwyd, welcher von einem importierten Araber abstammte, den Hackney Alonzo The Brave, und True Briton, der von einem Yorkshire Coach Horse abstammte. Dafydd Evans schreibt in seinem Livestock Journal von 1902, dass er niemals einen rein gezogenen Welsh-Cob gesehen hat, obwohl er auf verschiedenen Schauen in 10 der 12 Grafschaften von Wales gerichtet hat, vgl. Welsh-Jhb. 2000, S.53, Sp.2/3.
Eine weitere Stelle:
  • “Alonzo The Brave was another stallion with which Dafydd Evans hat a lasting influence on the Welsh Cob breed, though the stallion had no `Welsh` blood in his veins. Alonzo was foaled in 1866, bred by Henry Redhead….. he was a bay horse, standing 15 hands 3 in and of the old Norfolk Trotter blood…His name appears in the pedigree of 16 of the 70 stallions registered in the first two volumes of the Welsh Stud Book,” The Welsh-Cob, a.a.O., S.14.
Übersetzung Rosenthal:
  • Alonzo The Brave war ein anderer Hengst, mit dem Dafydd Evans einen dauerhaften Einfluss auf die Welsh-Cob-Zucht hatte, obwohl der Hengst kein „Welsh“-Blut in seinen Adern hatte. Alonzo wurde 1866 geboren, gezogen wurde er von Henry Redhead...Er war ein braunes Pferd 15 hh 3 in (160 cm) groß und vom alten Norfolk Trotter Blut...Sein Name erscheint in den Pedigrees von 16 der 70 Hengste, die in den ersten beiden Bänden des Welsh-Stutbuches registriert sind, vgl. Welsh-Jhb. 2000, S.53, Sp.1/2.

Weiter wird berichtet, dass es in der Tat in Pembrokeshire und Carmarthenshire einen schwereren Pferde-Typ gab („There was a bigger type of composite animal“) und ohne die Frage zu beantworten, ob es sich nun um einen Roadster oder Cob handelte („Without entering upon any vexed question as to what was a Roadster or what is a Cob“,) wurden von den County-Committees drei Hengste geordert, für die Paarung mit solchen Stuten, vgl. The Welsh Cob, a.a.O., S.23 und Welsh-Jhb.2000, S. 54.

Auch Hermann Schmitt berichtet in seinem Beitrag „Das Pferd in der Landwirtschaft von Wales“ u.a. über den Welsh-Cob als Gebrauchs- und Arbeitspferd.
  • Er schreibt: „Die Hügelkette vor den Cambrischen Bergen ist die Heimat des Welsh-Cob, der sich aus dem Packpferd zu einem vielseitigen Allround-Pferd entwickelt hatte.“ Er berichtet, „Farmer hatten zudem seit vielen Jahren versucht, Pferde zu züchten, die für den wachsenden Markt der Hunter- und Wagenpferde geeignet waren. Bereits um 1770 waren zahlreiche Vollblut-Hengste in Glamorgan und sogar Vollblut-Araber-Hengste in Glamorgan und Pembrokeshire im Deckeinsatz.“, aus: Welsh-Jhb.2000, S.188 ff.
An anderer Stelle heißt es bei ihm:
  • „Offensichtlich war zumindest am Ende des 19.Jahrhunderts die Gewohnheit, den billigsten Hengst zu nehmen, überstanden, was in den Jahren zuvor zu einem derben Cob-Typ geführt hatte, denn der Cardigan und Teifiside Adretteres bemerkte 1891, dass `edle Abstammung, Stärke und Adel` an der Tagesordnung waren. Andererseits gab es kritische Stimmen...die vermuteten, dass ein zu starker Einfluss von Vollblut und Hackney-Blut im Vergleich mit 1870 zu einer Degeneration der Rasse geführt hatte. Beständige Sorgen um einen kräftigen Cob-Typ machten sich auch die Remonte-Offiziere der Armee. Die Verwendung von wertvollem Zuchtmaterial im Krimkrieg (1853-56) hatte zu einer Qualitätsminderung in der Zucht geführt und der Einfluss von Hackney-Blut in den 70er-Jahren des 19.Jahrhunderts ersetzte praktisch die früheren Vollblut-Gene. Das Problem der Überfeinerung bestand und schloss manche Welsh-Cobs von der Verwendung im Militärdienst aus,“ Schmitt, H., a.a.O., S.190.
Dann verweise ich noch auf das Foundation Stock-System
Dr.Wynne Davies:
  • “The Foundation stock` scheme had a greater impact on Welsh Cob breeding than on pony breeding. At the end of the second world war there were only about ten Cob stallions and twenty-five Cob mares left in the whole Stud Book, whereas there were ten times this number of mountain ponies,” und
  • “There was a ready market for harness Cobs, whether registered or unregistered for pulling the milk carts in the big English cities with representatives of such as the United Dairies coming to Cardinganshire to purchase them, dozents at the time,” The Welsh-Cob, a.a.O., S. 24.

Übersetzung Rosenthal
  • Das Foundation Stock-System hatte eine größere Einwirkung auf die Welsh-Cob-Zucht als auf die Pony-Zucht. Am Ende des 2.Weltkrieges gab es nur noch ca. 10 Cob-Hengste und 25 Cob-Stuten im ganzen Stutbuch, dagegen gab es 10mal so viele Mountain-Ponys...Es gab einen guten Markt für Kutschen-Cobs, ob registriert oder nicht, um die Milchkarren in den großen englischen Städten zu ziehen. Typisch dafür war die Vereinigte Molkerei, die nach Cardiganshire kam, um Cobs zu Dutzenden zu kaufen, vgl. Welsh-Jhb.2000, S. 55, Sp.1/2.

Auf einer unserer ersten Wales-Reisen Ende der 80-er Jahre konnten wir einen Blick in die Aufzeichnungen (Gestütskarten) eines Welsh-Gestüts werfen, auf denen handschriftlich die Pedigrees der früheren und aktuellen Gestütstiere eingetragen waren. Uns interessierten damals besonders die Angaben über die Abstammungen und Bemerkungen zu den Foundation-Stuten (Zeitraum nach dem Zweiten Weltkrieg). Wir fanden oft die Hinweise „unknown“ oder „Thoroughbred“ oder die Bezeichnung einer anderen englischen Pony-Rasse. Das beeindruckte uns, ein Grund, einige dieser Karten abzufotografieren. So erfuhren wir praktisch am Objekt die ungeheuere Breite des Genpools, dem die heute „rein-gezogenen“ Welsh-Ponys- und –Cobs einen Teil ihres Exterieurs und Interieurs verdanken.

Bei dieser Gelegenheit noch der Hinweis: Wir haben bisher folgende Welsh-Cob-Gestüte in Wales besucht: Derwen 2mal, Tyngwndwn 1mal und Nebo 3mal, Parc 2mal, Pentrefelin, Cascob, Synod, Fronarth, Llanarth 2mal, Maesmynach 2mal, Menai 3mal, Rainhill, Tregare, Trevallion und Gwynfaes
Es ist wirklich unbestritten, dass besonders in den Anfängen die unterschiedlichsten Genströme in die Cob-Zucht geflossen sind, so dass man diese Zucht getrost als einen „Schmelztiegel“ bezeichnen kann. Der Bogen spannt sich von lokalen Pferdeschlägen, zuweilen unbekannter Herkunft, über Hackneys, Norfolk Traber, Yorkshire Coach Horses bis hin zu Arabern und Thoroughbreds (engl. Vollblut) etc. Später kamen über das Foundation-System weitere Einflüsse hinzu.

Die Welsh-Cobs waren als Gebrauchs- und Arbeitspferde im Bereich der Landwirtschaft und im Transportwesen (Textil-/Kohle-/Eisenindustrie) eingesetzt. Sie wurden natürlich auch geritten.

Kritik am Inhalt

Sie üben massive Kritik an der Schwerpunktsetzung meines Artikels, Sie hätten gern die Namensnennung einiger „Züchter, die aus dem Mutterland importierten“ und den „Verweis auf Importtiere, die die deutsche Zucht beeinflusst haben, in meinem Artikel gefunden, wie z.B. Menai Sparkling Magic.
In dem Buch The Welsh Cob finden Sie im Kapitel „The Welsh Cob Overseas“ eine Auflistung von Tieren, die im Laufe der Zeit nach Deutschland exportiert worden sind, a.a.O., S. 105-107, ebenso steht im Welsh-Jhb. 2000 in dem Kapitel „Welsh Ponies and Cobs in Germany – Past and Present –“ eine ähnliche Auflistung, a.a.O., S. 97-99. Ich hätte es mir also sehr leicht machen und die entsprechenden Hinweise übernehmen können. Bewusst habe ich das aber eben nicht gemacht, aus folgendem Grund:

Das gesamte Leistungsspektrum darstellen

Ich bedauere es sehr, dass der Welsh-Cob ständig nahezu ausschließlich auf seinen Einsatz im Freizeit-Reiter- und Freizeit-Fahrer-Bereich reduziert wird. Ich gehe ja immer noch davon aus, dass besonders der Welsh-Cob und ebenso die anderen Welsh-Sektionen auch im gehobenen Turniersport (Kl. M und S) ihre Verwendung finden könnten. Sicherlich nicht jedes Tier, aber ich würde mich schon freuen, wenn ich Angehörige aller Sektionen, und besonders eben Welsh-Cobs dort antreffen könnte. Ich bin der Auffassung, das gesamte „Turnier-sportliche Leistungsspektrum“ der Rasse Welsh - besonders aber der Welsh-Cobs - müsste gleichgewichtig herausgestellt und stärker ins öffentliche Bewußtsein gehoben werden. Stattdessen macht vorrangig immer wieder der Begriff von den idealen „Spaß-Cobs“ die Runde. Spaß in der Schule, Spaß im Beruf. Spaß soweit das Auge reicht. Blättern Sie doch mal im Welsh-Jhb. 1999 auf die S.173. Da bekommen Sie einen umwerfenden Eindruck vom Prototyp des deutschen Spaß-Cobs. Zu dieser Kategorie gehört auch das Titelbild von Welsh aktuell, Juni 2000, 5.Jhg., absolutely very impressive.

In Holland Turniersport im Vordergrund

In Holland geht man andere Wege. Seit 2004 gibt das Nederlands Welsh Pony & Cob Stamboek die sehr aufwendig gemachte Zeitschrift „Welsh Magazine“ heraus. Auf der Körung in Ermelo lag ein Sonderdruck und frühere Ausgaben aus. In diesem monatlich erscheinenden Magazin geht es um die Darstellung der Welsh-Zucht und um den Einsatz aller Welsh-Sektionen im herkömmlichen Turniersport, inklusive der Sektionen NWR und WPBR, angefangen von der Führzügelklasse bis hin zur Dressur, Springen und natürlich zum Fahrsport. In dem Magazin sind exzellente Fotos aus „Fokkerij & Sport“ zu finden. Offensichtlich verspricht sich das Holländische Stammbuch von dieser strategischen Ausrichtung und Schwerpunktsetzung eine besonders nachhaltige Wirkung und Resonanz im Interesse der Rasse Welsh in der Konkurrenzsituation zu den anderen Pony-Rassen.

Auf der Suche nach „Sport-Fotos“

Seit Jahren bin ich häufig auf kleinen und großen Turnieren unterwegs, um dort nach Welsh-Ponys und -Cobs zu suchen, schwerpunktmäßig auf Fahr-Turnieren. Dafür lege ich im Verlaufe jeder Turniersaison viele Kilometer zurück, um auch diese Seite der Rasse Welsh zu dokumentieren und anschließend in Pferde-/Pony -Magazinen durch entsprechende Fotos und Texte darzustellen.

Als Pressesprecher eines Reit- und Fahrvereins mit über 600 Mitgliedern habe ich rd. 15 Jahre auf den Turnieren in meinem Heimatbereich nach Welsh-Ponys, Welsh-Cobs und Welsh-Partbreds gesucht und diese dann in der heimischen Presse entsprechend herausgestellt. Diese Bemühungen gingen soweit, dass eine überregionale Fachzeitschrift zum großen Sommer-Turnier im Jahre 1993 einen eigenen Fotografen geschickt und immerhin über zwei Seiten die „Führzügelklasse nach englischem Vorbild“ vorgestellt hat, vgl. Reiter Revue, 10/93, S.66-77. In 1993 und in den Folgejahren gingen dann entsprechende Artikel durch zahlreiche regionale Pferde-Magazine, angefangen vom „Reitsport in Weser-Ems“, „Reiterprisma“, „Reiter und Pferde in Westfalen“, „Bayerns Pferde“, „Sachsens Pferde“, und natürlich auch durch den „Pferdemarkt“.

Zum Einsatz der Welsh-Cobs im Turniersport

In Deutschland existiert kein Cob-Viererzug, der im Pony- oder im Großpferdebereich auf M- und S-Ebene Turniere fährt. Nach dem Verkauf der beiden Welsh-Cobs aus dem Gespann von Ulrich Spennemann nach Österreich ist mir z.Zt. auch kein Zweispänner-Cob-Gespann bekannt, das in der Leistungsklasse S an den Start geht. In der Turniersaison 2004 habe ich nur den Welsh-Cob „Holsteins Caballero“ im Haflingergespann von Dr. Dirk Zimmermann angetroffen. Nennen Sie mir aus dem Zweispännerbereich Cob-Gespanne, die in der letzten Fahrsaison auf M-Ebene platziert worden sind. Früher hatten wir Rainer Doth, Ba-Wü, der Welsh-Cobs in M- und S-Prüfungen erfolgreich vorgestellt hat. Wie sieht es in der Einspänner-Szene auf M- und S-Niveau aus? In diesem Bereich war früher Hans-Jürgen Wiemers, Kurbaum, recht erfolgreich aktiv.

Stellen Sie doch mal auf der Basis der Turniererfolge der letzten Fahrsaison eine entsprechende bundesweite Liste der Welsh-Cobs zusammen (inklusive der Einspänner). Als vom „Cob-Virus Befallene“ müsste Sie doch auch diese Seite dieser Sektion interessieren, oder bezieht sich ihr Engagement tatsächlich nur auf den „Einsatz der Cobs im Freizeitbereich“? Mir wäre das zu wenig. Eine Liste über die auf M- und S-Niveau gerittenen Cobs könnten Sie dann gleich hinzu nehmen, damit wir endlich umfassend über das Leistungsspektrum und den derzeitigen Einsatz unserer Welsh-Cobs informiert wären.

Es gibt sie doch: Welsh-Cobs im Viererzug

Dies sind die Hintergründe, weshalb ich in dem Pferdemarkt-Bericht aus Platzgründen eben keine Liste von bekannten Cob-Gestüten und bekannten Zuchtimporten etc. gebracht habe. Statt dessen wollte ich den Hinweis geben, dass Welsh-Cobs auch auf herkömmlichen Turnieren (Dressur/Springen/Fahren) an den Start gehen. Wenn Vierspänner-Welsh-Cobs schon nicht auf Turnieren anzutreffen sind, dann wollte ich wenigstens durch die Berichte über die Fahrställe kleine Kalvelage/Weser-Ems und Frühauf/Rheinl.-Pfalz/Saar den Nachweis führen: Es gibt sie tatsächlich, Welsh-Cob-Viererzüge, wenn auch noch nicht im Turniersport.

Ich bedauere ausdrücklich, dass seit dem Abschied von Prof. Dr. Bauer als 1.Vors. die Rasse Welsh in der Verbandspolitik der IG Welsh nahezu ausschließlich auf den Freizeit-Reiter- und Freizeit-Fahrbereich reduziert worden ist.

Auch hier liegen m.E. Gründe für die beklagenswerten Austritte unserer bekannten Welsh-PB/Reitpony-Experten.

Abschließende Bemerkungen

Als Autor zeichne ich für den Artikel verantwortlich. Der Pferdemarkt ist in erster Linie kein Informationsblatt für langjährige Welsh-Experten. Deren Informationsbedürfnis sollte durch andere Informationsorgane gestillt werden.

Die Aufmachung, Schwerpunktsetzung und die gesamte Diktion solcher Artikel orientiert sich an der Kundschaft dieser Zeitschrift. Die Artikel im Pferdemarkt führen für ihre Leser häufig zu einer Erstbegegnung mit einer Rasse oder besonderen Spezies, mehr nicht. Für diese Berichte gelten nicht die wissenschaftlichen Ansprüche eines historischen Oberseminars oder einer entwicklungsgeschichtlichen Vorlesung einer veterinär-medizinischen Universität, dennoch sollten sie in ihren Grundaussagen in der Sache richtig sein.

Zur Öffentlichkeitsarbeit der IG Welsh

Auf der Zentralen Hengstkörung in Ermelo lagen die neuen Ausgaben des WPCS-Journals und das neue holländische Journal für das Jahr 2005 vor. Die neue Ausgabe des Welsh-Jahrbuchs wurde - wie sonst üblich – nicht zum Verkauf angeboten, weil keine Exemplare vorhanden waren.

  • Über unsere Bundesschau 2004 findet sich im holländischen Jahrbuch lediglich eine Seite mit vier Fotos, zwei davon mit Little Home Lady Morgane. Ein zugehörender Text ist nicht da. Vier Fotos bilden für die Welsh-Gemeinde unseres Nachbarlandes die ganze Information der IG Welsh über unsere Bundesschau. Im Kontrast dazu stehen die Informationen unserer Welsh-Freunde aus Dänemark. Sie haben sieben Seiten Text mit sieben Fotos geliefert.
    Vor diesem Hintergrund ist es erfreulich, dass der „Pferdemarkt“ in Holland gelesen wird, sodass wenigstens über diesen Weg die Kunde ins Nachbarland getragen wird, dass auch in Deutschland Welsh-Ponys- und -Cobs zu Hause sind.

  • Im WPCS-Journal für dieses Jahr findet sich überhaupt kein Hinweis auf das Welsh-Geschehen in Deutschland, kein Artikel über unsere Bundesschau und keine sonstige Information über die Welsh-Szene in unserer Heimat. Die Holländer haben ihre Welsh-Zucht auf sieben Seiten dargestellt.
    Deutsche Besucher zeigten sich über diese dürftige „internationale Präsentation“ der deutschen Welsh-Zucht wenig begeistert.

  • In Deutschland gibt es nur ein Pony-Magazin. Wir dürfen gespannt sein, was uns von Seiten unserer IG Welsh in der kommenden Equitana-Ausgabe in „Kleinpferde“ präsentiert wird.

Unbegreiflich

Es ist schwer nachvollziehbar, dass Sie in dieser Situation nicht schon früher aktiv geworden sind, obwohl die IG Welsh unübersehbar in ihrer Öffentlichkeits- und Medienarbeit große Probleme hat. Wer in einer konkreten Situation nichts sagt, der macht wenig Fehler, wer aber in einer misslichen Lage über einen so langen Zeitraum hinweg schweigt, der muss sich fragen lassen, warum er sich bis heute nicht öffentlich für die Rasse Welsh und ihren Verband engagiert hat - eine sehr wichtige Arbeit - für die Sie doch nach eigenen Angaben so viele Voraussetzungen mitbringen. Seit ca. 20 Jahren bemühe ich mich die Rasse Welsh in der Pferde- und Pony-Szene bekannt zu machen. In diesem langen Zeitraum hat die Welsh-Gemeinde weder in Welsh aktuell, noch im Welsh-Jahrbuch von Ihnen jemals ein Welsh-Foto oder einen Text gefunden. Warum lassen Sie die IG Welsh in diesem Feld so lange allein, obwohl Sie doch schon seit 10 Jahren vom „Welsh-Virus“ befallen sind? Warum erst jetzt ihre enorme Entrüstung?

Auf zu neuen Ufern

Nun haben Sie den ersten Schritt getan und durch Kritik an meiner Arbeit ganz toll auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt finden Sie aber auch den Mut zum zweiten. Bieten Sie der IG ihre Talente an, selbstverständlich für alle Sektionen, inklusive der Welsh-Partbreds – da ist doch die Nachfolge Dötschel schon länger im Gespräch. Lärmen Sie nicht nur herum, engagieren Sie sich.

Machen Sie Vieles anders und hoffentlich Manches besser. Meine Karawane zieht jedenfalls weiter.

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