Gut getroffen!
von Eberhard Holin
Einige Ergänzungen zu Hartmut Schröder „Visionäre braucht die IG“, Standpunkte, Zuschrift vom 11.07.06.

1. „Warum Herr Holin die Wallache auf IG-Schauen in Abzug bringt, kann ich mir nur damit erklären, dass er das Dunkel noch schwärzer zeichnen wollte,“ Zitat Schröder, a.a.O.

Diese Feststellung trifft meine Intention. Natürlich soll es auf IG-Schauen auch weiterhin möglich sein, Wallache zu beurteilen, ob in Extra-Klassen oder in Klassen für Stuten ohne Fohlen mag dahingestellt sein. Mit der augenblicklichen „deutschen“ Handhabung habe ich überhaupt keine Schwierigkeiten. Auf der Royal Welsh-Schau werden die Wallache in den altersentsprechenden Stutenklassen vorgestellt, z.B. Filly or Gelding, yearling; Filly or Gelding, two year old; Filly or Gelding three year old; Barren mare or Gelding, four year old or over. Wallache sind Zuchtprodukte, die über den Zuchtwert der Elterntiere Auskunft geben, daher haben sie m.E. auf unseren Zuchtschauen ihren legitimen Platz. Gleichwohl sollte man auf jedes schmückende Beiwerk verzichten dürfen, wenn es um „Existentielles“ geht - der Ausstellung und Beurteilung von in der Zucht einsetzbaren Tieren - um die Situation so darzustellen, wie sie tatsächlich ist. Diese Vorgehensweise nennt man „Reduktion auf das Wesentliche“ und wird auch anderweitig bei der Erstellung vieler Analysen so gehandhabt.

2. „Aber während auch bei neu ins Leben gerufenen Schauen die Nennungen boomen, zeichnet sich auf IG Schauen Dramatisches ab,“ Zitat Schröder, a.a.O.

Dieser Feststellung kann man nur zustimmen. Es sei auf die „Erste Internationale Welsh Friends Border Show“ am 27.August in Gilze/Holland verwiesen.

In diesem Zusammenhang erinnere ich an die Bundesschau des letzten Jahres in Ostbevern. Wie sah dort das Aufkommen der ausgestellten älteren Hengste aus?

Zur Bundesschau 2005 waren erschienen:
6 A-Hengste, 5 B-Hengste, 1 C-Hengst, 2 D-Hengste, 1 Partbred-Hengst
Ende 2005 waren bei der FN folgende Hengst-Kontingente der Rasse Welsh registriert:
123 A-Hengste, 160 B-Hengste, 25 C-Hengste und 105 D-Hengste.

Kann man da von einer gelungenen Mobilisierung der Hengsthalter sprechen, obwohl doch gerade dieser Personenkreis durch eine besondere Kampagne der Geschäftsstelle zur Teilnahme an der Bundesschau animiert worden ist? Es sei auch an die großzügige Spende aus dem Privatvermögen des edlen Sponsors aus dem Rheinland zur Senkung der Nenngebühren erinnert. Kein Wort zur mageren Präsenz der Welsh-Hengste auf der Bundesschau 2005 in den Bemerkungen der IG zur Bundesschau, trotz dieser besonderen Bemühungen. Warum nicht?

In Welsh aktuell heißt es dagegen: „Die Bundesschau im westfälischen Ostbevern traf auf gute Resonanz...“ , Ausg. Dez.2005, 10.Jhg., S.3. In einer anderen Ausgabe von Welsh aktuell ist über „Das Welsh-Schaujahr 2005 in der Statistik“ zu lesen, „Jedenfalls wurden auf der Bundesschau 2005 28 Tiere mehr im Zuchtring gezeigt als 2004,“ Ausg. März 2006, 11.Jhg. S.26-27. Aus welchen Gründen werden die (Hengst-)Zahlen nicht dargestellt und mit den Mitgliedern offen diskutiert?

Die IG ein Pool innovativer Standpunkte?
Stattdessen pilgerten Frau Hoffahrt, Herr Rosenthal und Herr Clement ins Office der WPCS nach Aberystwyth und informierten dort die WPCS(!) über das deutsche Zuchtsystem. Außerdem wurde „die Problematik der Anpaarungen B x C und B x D“ angesprochen, siehe Welsh aktuell, Ausg. Juni 2006, 11.Jhg., S.11. Welche Positionen sind da von unseren Zucht-Experten vertreten worden? Getrost kann man davon ausgehen, dass in diesem Gespräch auch die Position der FN vertreten worden ist, „...eine Unterlassung der Passausstellung seitens der WPCS für die nicht in England geborenen Ponys zu erreichen,“ (Siehe Münchener Resolution). In Welsh aktuell werden die WPCS-Gesprächspartner dieser Runde nicht genannt. Kurz nach diesem Meeting machte in Holland die Information die Runde, dass Herr Clement den Sekretärinnen im WPCS-Office einen Vortrag über die Position der FN in Sachen Registrierung von Welsh-Ponys gehalten hat.

Die Sprach- und Ratlosigkeit der IG in einigen Fragen ist offensichtlich beendet. Vor kurzem hieß es noch:

„Unter dem Dach der IG Welsh vereinigen sich Züchter und Liebhaber von Welsh-Ponys und Cobs ganz unterschiedlicher Herkunft, die ihre Ponys und Cobs in den verschiedenen Stutbüchern eintragen lassen und so steht es uns nicht an, in dieser Angelegenheit eine Wertung abzugeben,“ Originalton Dötschel, siehe Erklärung der IG Welsh zur Münchener Resolution, Archiv der IG, www.ig-welsh.de.

In Welsh aktuell ist weiter zu lesen, „Im Mai ist Sitzung der Zuchtleiter, Geschäftsführer etc. Bis dahin werden wir uns gedulden müssen und sind gespannt, welche Beschlüsse gefasst werden,“ Zitat Hoffarth, Ausg. März 2006, 11.Jhg., S.25. Die IG ein Pool innovativer Standpunkte und eine starke Interessenvertretung ihrer Mitglieder?

Nun ist es unserem Vorstand unbenommen, wo, wann und bei wem er Meinungsbildung betreibt. Es stellt sich die Frage, ob die dort vertretenen Positionen zwischen dem IG-Vorstand und den unmittelbar betroffenen deutschen Züchtern (ihren Mitgliedern) abgesprochen worden sind, die z.B. aus ganz persönlichen Erfahrungen und Gründen mit Tieren züchten, die englische Papiere besitzen, oder die mit Anpaarungen B x C und B x D besonders wegen des erfolgreichen Einsatzes dieser Tiere im Sport, gute Erfahrungen machen. Vertritt in dieser Sache die IG die Interessen der betroffenen Züchter oder die Verbandsinteressen der FN?

Erstaunlich das „neue“ Engagement der IG über den deutschen Tellerrand hinaus zu einer Zeit, in der in ihrem eigenen Hause echte Probleme starke Wellen schlagen.

Erfreulich, dass die WPCS in Sachen der Anpaarungen den früheren Stand wieder hergestellt hat.

3. „Die Fußball-WM hat es gezeigt: Visionäre braucht unser Land! Ihre aber hat die IG Welsh bislang alle zur Strecke gebracht,“ Zitat Schröder.

Auch diese Feststellung stimmt, das ist wirklich so, da könnte ich Einzelheiten zum Besten geben.

 

Text drucken