Gesucht wird ein neuer Vorsitzender ...

     und ein attraktives Profil der IG

von Eberhard Holin

Auf der Hengstkörung in Ermelo teilt Herr Kurt Hörtling, Zweiter Vorsitzender der IG Welsh mehreren IG-Mitgliedern mit, dass Herr Uwe Rosenthal, derzeit Erster Vorsitzender, für eine weitere Amtsperiode nicht zur Verfügung steht. Auf Nachfrage wiederholt und bekräftigt er diese Aussage. Weiter führt er aus, dass Herr Rosenthal sich derzeit bemüht, einen Nachfolger für sich zu finden.

Herrn Hörtling sei gedankt, dass wenigstens auf diesem Wege einige IG-Mitglieder über die obige Sachlage informiert worden sind. Auf der HP der IG Welsh ist für unsere Mitglieder kein entsprechender Hinweis auf diese Situation zu finden. Inzwischen wird kolportiert, dass für die Funktion des künftigen Ersten Vorsitzenden bis jetzt drei Kandidaten im Rennen sind.

Die Aufgaben des Ersten Vorsitzenden und der weiteren Vorstandsmitglieder ergeben sich aus dem § 8 der Vereinssatzung (Fassung v. Dez. 2002) und den §§ 1 bis 3 der Geschäftsordnung für den Vorstand der IG Welsh (GOV) in der Fassung v. Januar 2006.

Anforderungsprofil*

In den kommenden Jahren kommen auf den neuen Vorsitzenden, die übrigen Vorstandsmitglieder und die Mitgliedschaft folgende Aufgaben zu, u.a.:

Eröffnung einer Zieldiskussion
Welche zukünftigen Aufgaben sind von der Interessengemeinschaft im Spannungsverhältnis zwischen WPCS, den regionalen Zuchtverbänden und der FN zu lösen (Strategische Ausrichtung der IG)?

Ich erinnere z. B. an die „Resolution der kontinentalen Zuchtverbände“ an die WPCS, „Münchener Erklärung v.16.11.2003“, siehe Welsh aktuell, März 2004, 9.Jhg.S.10-14, ferner „Sachstand Resolution“, Welsh aktuell, März 2006, 11.Jhg., S.25-26, und an die Richterausbildung, speziell „Rasse-Experte“ RE, siehe fn-aktuell, Ausg. 12/04, S.9-10 und fn-aktuell, Ausg.24/04, 17.Nov. 2004, S.17. Im Jahr 2005 sollte die Zusatzprüfung „Rasse-Experte“ RE bereits über die Bühne gehen.

Sind die in der Münchener Erklärung thematisierten Probleme und Forderungen inzwischen zur Zufriedenheit aller Betroffenen gelöst? Die Prüfungsinhalte der o. g. Richter-Zusatzprüfung und das Ausmaß bzw. die Art und Weise der Mitwirkung/Mitbestimmung der IG Welsh an diesem Prüfverfahren sind bis heute (2007!) völlig ungeklärt.

Könnte bei wenig ausgeprägten eigenen innovativen Ressourcen - bei dünner Personaldecke und sinkender Attraktivität der IG - z.B. die Zusammenlegung von Regionalgruppen und Regionalschauen unsere Interessengemeinschaft aus der Misere (Schaumüdigkeit) führen?

Welche Auswirkungen haben solche Veränderungen auf das bestehende Regelwerk der IG, auf die Welsh-Schau-Ordnung, auf bestehende Geschäftsordnungen und die Vereinssatzung?

Ohnehin müsste die bestehende Vereinssatzung dringend einer Revision unterzogen werden.

Beispiel:

Nach § 8 Abs. 7 bis 11 der Vereinssatzung ist die Bildung von Arbeitskreisen vorgeschrieben. Diese vier Arbeitskreise sind den Vorstandsmitgliedern Geschäftsführer, Zucht, Sport und Öffentlichkeitsarbeit zugeordnet. Diese Vorschriften existieren seit der Verabschiedung der neuen Vereinssatzung 1999.

„Ihr/ihm ist ein Arbeitskreis zugeordnet, dessen Vorsitzende/r sie/er ist, und der auf Vorschlag des Beirates vom Vorstand berufen wird“, (§ 8 Abs. 7, 9, 10, 11).

In der Geschäftsordnung für den Vorstand der IG Welsh (GOV) finden sich folgende Vorschriften, nachzulesen in der Fassung v. Januar 2006:

Geschäftsführer: „Er soll weiter als Vorsitzender des Marketingausschusses mit diesem gemeinsam an dem Ziel arbeiten, die Bedeutung und Akzeptanz der Rasse Welsh einschließlich Welsh-Partbred in Deutschland zu steigern“, § 1 Abs. 4.

Beauftragter für Zucht:Als Vorsitzender des Zuchtausschusses soll er gemeinsam mit diesem über Einhaltung der WSO wachen und ihre Weiterentwicklung betreiben“, § 1 Abs. 5 usw.

 Preisfragen:

Welche Vereinsmitglieder gehören den genannten Ausschüssen an? Wer vertritt die Interessen welcher Sektionen?

Wann haben diese Ausschüsse zum letzten Mal getagt?

Wann und an welchem Ort ist über die Arbeitsergebnisse dieser Ausschüsse berichtet worden?

Hat der Vorstand für die Besetzung dieser Ausschüsse unter den Vereinsmitgliedern nach Interessenten gesucht? Ist für die Erledigung dieser wichtigen und von der Vereinssatzung vorgeschriebenen „innovativen Arbeit“ geworben worden?

Hat der Marketingausschuss tatsächlich zum letzten Mal am 08.04.2000 anlässlich der Pfälzer-Weinprobe auf dem Weingut Steitz in Schönborn getagt? vgl. Welsh aktuell, Ausg. Juni 2000, 5.Jhg., S.15. In Welsh aktuell konnte ich keinen Nachweis über eine spätere Sitzung finden.

Kann es sein, dass der Zuchtausschuss ebenfalls mehrere Jahre zu keiner ordentlichen Sitzung zusammengekommen ist, weil es aus dem Bereich Zucht nichts zu besprechen gab?

Mit welcher Legitimation propagiert die Zuchtausschussvorsitzende dezidierte „deutsche (FN-) Positionen“ in Zuchtangelegenheiten, wenn der Zuchtausschuss zeitnah nicht getagt und kein Votum abgegeben hat?

Wer vertritt im Zuchtausschuss und im Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit die Belange der Welsh-Partbred-Zucht? Vor wenigen Tagen formulierte ein Welsh-PB-Züchter: „Ich bin einfach nur traurig, dass die Welsh-Partbreds in der Berichterstattung der IG eine so geringe Rolle spielen.“ Dazu passt die Erklärung von Michael Recker, ein über die Grenzen Westfalens hinaus bekannter Reitpony- und Welsh-Partbred-Züchter auf der Grünen Woche in Berlin, dass er 2006 seinen Vereinsaustritt gegenüber der IG erklärt hat.

Sind „One Person Committees“ geeignete Instrumente, um für die Zukunft tragfähige Marketing- und Zucht-Strategien zu entwickeln?

Wenn sich von der Satzung vorgeschriebene Arbeitsgruppen oder Vereinsgremien jahrelang als unpraktikabel oder ineffektiv und überflüssig erweisen, warum werden sie nicht aus den Vereinsstatuten gestrichen?

Wie wäre es, wenn im Interesse eines Neuanfangs nach der Neuwahl des Ersten Vorsitzenden weitere Vorstandspositionen neu besetzt würden?
Ein „Wir machen weiter wie bisher“, ist keine Grundlage für ein tragfähiges Zukunftskonzept.

*Die folgende Auflistung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit

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