zurück

„ … sanft entschlafen“

oder „Transparenz pur“

von Eberhard Holin

Bei Sichtung des neuen Welsh-Jahrbuchs fällt auf, dass in der Liste der Regionalgruppen die „IG Welsh-Regionalgruppe Schweiz“ nicht mehr zu finden ist.
Die Anschriften der Regionalvorsitzenden und ihres Stellvertreters tauchen nicht mehr auf, siehe Welsh-Jahrbuch 2008, S.6. Im Welsh-Jahrbuch 2007 waren diese Angaben noch aufgeführt, S.7. In Welsh aktuell ist über die Existenz dieser Gruppe zum letzten Mal in der Ausgabe vom Juni 2007, S.4, zu lesen.

Sie erinnern sich an die Information in Welsh aktuell:

„Regionalgruppe Schweiz gegründet!

Am 25.Januar 2003 trafen sich 12 Welsh-Enthusiasten in Egerkingen/Schweiz zur Gründungsversammlung der „IG Welsh-Regionalgruppe Schweiz“...

Die IG Welsh freut sich sehr über die Neugründung einer Regionalgruppe in der Schweiz und wird die Aktivitäten dieser Gruppe aufs Beste unterstützen und ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Herzlich willkommen Regionalgruppe Schweiz!"

Quelle: Welsh aktuell März 2003, S.4

Nun ist verständlich und nachvollziehbar, dass der damalige Vorstand mit dieser Neugründung recht zufrieden war. Zeigte dieses Ereignis doch: „Seht wir tun was! Die IG Welsh erweitert ihren Verantwortungsbereich und fasst jetzt sogar im Ausland Fuß."

In der Schweiz wurde diese (deutsche) Neugründung von Anfang an von einigen Welsh-Züchtern und auch vom schweizerischen „Verband für Ponys und Kleinpferde (SVPK)“ mit gemischten Gefühlen betrachtet.

Es wurden die Fragen diskutiert:

  • Warum bildet sich in der Schweiz für die Welsh-Enthusiasten keine unabhängige eigenständige schweizerische Welsh Interessengemeinschaft? Es ist doch bekannt, dass die Schweizer gern auf ihre Eigenständigkeit und ihre nationalen Besonderheiten achten.
  • Warum kann sich die Welsh-Zucht in der Schweiz am Besten nur mit „deutscher Unterstützung“ entwickeln?
  • Wie soll diese “deutsche Hilfe“ aussehen? Welche konkreten Gegenleistungen werden von der IG Welsh für den Mitgliedsbeitrag erbracht, nur die Lieferung des „deutschen“ Welsh-Jahrbuchs und von Welsh aktuell?

Es kam, was bei der fehlenden Programmatik der deutschen Mutterorganisation kommen musste. Die Regionalgruppe Schweiz hat - ohne das Votum einer ordentlichen Mitgliederversammlung - de facto ihre Existenz aufgegeben. Die Regionalgruppenvorsitzende hat ihren Amtsverzicht gegenüber der IG Welsh schon früher erklärt, und auch der zweite Vorsitzende ist für den deutschen Ableger in der Schweiz nicht mehr tätig (Sein Name wird bereits im Mitgliederverzeichnis des Welsh-Jahrbuchs 2007 nicht mehr aufgeführt(!), wohl aber noch in der Liste der Regionalgruppen. Die Frage, ob unser Beirat vom Vorstand mit dieser Situation beschäftigt worden ist, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden (siehe §12 Abs.4 Vereinssatzung, Druck Dez.2002, S.6).

Weitere Mitglieder sind aus der „IG Welsh Regionalgruppe Schweiz“ ausgetreten, und daher auch nicht mehr Mitglied in der IG Welsh. Andere haben ihre Mitgliedschaft in der IG Welsh behalten. Um welche Größenordnungen es sich handelt, ist der IG Geschäftsstelle in Nümbrecht bekannt, aber nicht den sonstigen Mitgliedern der IG Welsh.

Könnte es sein, dass von Seiten der IG Welsh die Gründung der „IG Welsh-Regionalgruppe Schweiz“ primär vor allem unter dem Aspekt der „Mitgliederbeschaffung“ (Erhöhung des Beitragsaufkommens) und der Erweiterung der Absatzgebiete für „deutsche Welsh-Produkte“ betrieben worden ist?

Haben Sie über diese Vorgänge in den Publikationsorganen der IG Welsh gelesen? Warum hat bis heute der Vorstand der IG uns Mitglieder über diese Entwicklung nicht unterrichtet?

Wenn freudig über „die Geburt eines neuen Abkömmlings“ informiert wird, dann sollte man auch bei seinem „Ableben“ auf einen entsprechenden Nachruf nicht verzichten.