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IG Welsh erneut auf der Suche ...

Frau Claudia Hoffahrt „Ante Portas“?
von Eberhard Holin

Auf der Delegiertenversammlung vom 01.April 2007 ist Dr. Ulrich Reichel, Letmathe, für eine Amtsperiode von vier Jahren zum neuen Vorsitzenden der IG Welsh gewählt worden. Uwe Rosenthal, der bisherige Vorsitzende „wollte nach sieben Jahren das Amt des 1. Vorsitzenden der IG Welsh nicht weiter bekleiden,“ Welsh aktuell, Juni 2007, S.7 ff. In seiner Dankesadresse an seinen Vorgänger bedauert der neue Vorsitzende diese Entscheidung, „weil Uwe Rosenthal die `zentrale Instanz` der IG Welsh geworden ist; er ist in Fragen zu Zucht und Sport gleichermaßen kompetent und erfahren,“ a.a.O., siehe oben. Die Kenner der Szene erfüllt diese Wertschätzung mit Freude.

Die IG Welsh hat nun einen neuen Vorsitzenden, der sich in den Jahren zuvor aus ihren latent vorhandenen „Führungsproblemen“ herausgehalten hat, und daher durch „Parteinahme“ und „alte Grabenkämpfe“ nicht vorbelastet ist. Als Leiter des Qualitätswesens in einem Stahlkonzern schien er den geeigneten Background zu haben, um die IG Welsh auf der Basis „sachlicher Argumente“ zu lenken und zu führen. So waren einerseits an seine Wahl Hoffnungen vieler IG-Mitglieder geknüpft, die IG Welsh programmatisch, führungstechnisch und organisatorisch in eine stabile Zukunft zu führen. Herr Dr. U. Reichel schreibt in diesem Zusammenhang selbst von einem „hohen Vertrauensvorschuss“, den ihm die Delegierten der Versammlung vom 01.April 2007 mit ihrem Votum entgegengebracht haben, „das ich so nicht erwartet hatte,“ s.a.a.O., S. 9. Andererseits sahen zahlreiche IG-Mitglieder diesen „punktuellen Neuanfang“ mit Skepsis, weil in einem mehrköpfigen Vorstand durch die Neubesetzung nur einer Position selten eine nachhaltige Kurskorrektur oder eine Neuorientierung des gesamten Systems erreicht wird.

Für einen echten Neuanfang wäre die Auswechselung
des gesamten Vorstands in 2007 das richtige Rezept gewesen.

Am 17./18. November 2007 fand in Alsfeld die übliche „herbstliche“ Vorstands- u. Beiratssitzung der IG statt. Auf dieser Sitzung teilte Joachim Clement den Versammelten mit, dass Herr Dr. U. Reichel wegen einer Erkrankung nicht an der Sitzung teilnehmen könne, und dass er wegen starker beruflicher Belastungen beabsichtige, sein Amt als IG-Vorsitzender niederzulegen. Diese kurze zeitliche Aufeinanderfolge von der Wahl zum IG-Vorsitzenden am 01. April 2007 und der Bekanntgabe der Absichtserklärung am 17. Nov. 2007 - nach einer Amtszeit von knapp 8 Monaten - dieses Amt bereits zur Delegiertenversammlung am 16.März 2008 wieder aufzugeben, ist ein Novum in der Vereinsgeschichte der IG Welsh. Welche Kräfte mögen da am Werk gewesen sein?

Tatsache ist, dass Uwe Rosenthal sich in der Durchsetzung dieser Personalie stark engagiert hat. Kurt Hörtling berichtete in Ermelo 2007 „ dass Herr Rosenthal sich derzeit bemüht, einen Nachfolger für sich zu finden.“ Der Misserfolg dieses Vorhabens, seine Umsetzung und der Ansehensverlust in der Öffentlichkeit durch dieses klägliche Ergebnis fällt auf die gesamte IG Welsh, besonders aber auf Uwe Rosenthal als den „Spiritus Rektor“ dieses Desasters und auf den Geschäftsführer der IG zurück. Bekanntlich ist der Letztere in alle personellen Maßnahmen der IG der letzten Jahre stark eingebunden.

Als einzigen Grund für diese ungewöhnlich frühzeitige Amtsniederlegung gibt Dr. U. Reichel „berufliche Belastungen“ an. Dem will ich an dieser Stelle nicht widersprechen. Nach Auffassung mancher IG-Mitglieder lautet jedoch die zentrale Frage bei der Suche nach einem IG-Vorsitzenden:

Wer ist bereit unter diesem Geschäftsführer
die „Vereinsführung“ der IG längerfristig zu übernehmen?

Vielleicht Frau Hoffahrt, diese Selbstüberschätzung kann man ihr sicher zutrauen.

Friederike Rosenthal liegt in ihrer Einschätzung und Zustandsbeschreibung absolut richtig, wenn sie in entwaffnender Offenheit trefflich formuliert:

„Die Anlaufstelle der IG Welsh ist die Geschäftsstelle. Man kann sie auch als das Herz der IG bezeichnen, denn hier laufen alle Fäden zusammen...“

Quelle: Kleinpferde, Ausg. Dez./Jan. 2006/2007, S.13

Wer meint, fundamentale Spielregeln nicht einhalten zu müssen,
provoziert ständige Positionskämpfe, die das gesamte System belasten.
Auf Dauer wird er nur Misserfolge ernten.

  Laut IG-Satzung ist der Geschäftsführer nicht der 1. Vorsitzende des Vereins.

Die 2-tägige Vorstands- und Beiratssitzung wurde von J. Clement geleitet. In der Folgezeit wird in der Angelegenheit „Neubesetzung“ der Funktionen der/des 1. und der/des 2.Vorsitzenden (Hörtling-Nachfolge) erneut quer durch die Republik telefoniert (siehe auch Artikel „Headhunter on the road“ auf dieser Webseite/Archiv/2007).

Eine Information der Mitgliedschaft über eine erneute Wahl der/des
1. Vorsitzenden erfolgte erst mit Datum vom 21.Januar 2008 auf der Webseite der IG Welsh, also mehr als 9 Wochen nach der Ankündigung der Amtsniederlegung.

Offensichtlich ist der Vorstand der Auffassung, dass es vollauf genügt, dass die auf der Sitzung anwesenden Regionalvorsitzenden die Mitglieder ihrer Regionalgruppen über diese wichtige Personalangelegenheit informieren. Es sei daran erinnert, dass auch im Jahr zuvor erst durch Herrn Kurt Hörtling auf der Hengstkörung in Ermelo lediglich nur einige IG-Mitglieder darüber unterrichtet worden sind, dass Herr Uwe Rosenthal für eine weitere Amtsperiode als 1. Vorsitzender nicht mehr zur Verfügung steht. Auch in diesem Fall hat eine ordentliche frühzeitige Information der Mitgliedschaft über die Webseite der IG nicht stattgefunden.

Ist bei diesem Ausmaß an zögerlicher Information das Gerede von
„Vettern- und Cliquenwirtschaft“ so abwegig?

Mangelnde Transparenz und eine restriktive Informationspolitik bilden den Nährboden für überflüssige und störende Spekulationen.

„Ach, der Clement, der wird sich seinen Vorstand schon zusammenbasteln.“

Desinteresse an der Lösung der Personalprobleme und fehlende Identifikation mit den zukünftigen Funktionsträgern sind die Folge.

Warum sind nicht alle IG-Mitglieder offiziell und zeitnah über die erneut anstehende und schon seit dem 18. November 2007 laufende Suche nach einem/einer neuen 1. Vorsitzenden informiert worden? Ist dieser Vorstand überhaupt an einer breiten Diskussion dieser Personalie in unserer Mitgliedschaft interessiert?

Inzwischen werden Frau Petra Biedermann, stellvertr. Regionalvorsitzende Bayern, und Frau Susanne Gauert-Lier, Regionalvorsitzende Berlin-Brandenburg, als Kandidaten für die Position der/des 2. Vorsitzenden genannt, außerdem Frau Claudia Hoffahrt, Hessen, für die Funktion der/des 1. Vorsitzenden.