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Mit zweierlei Maß gemessen

von Eberhard Holin

In Sachen „Wechsel der Regionalgruppenzugehörigkeit“ schickte ich am 21.10.2007 folgendes Schreiben an die IG-Geschäftsstelle:

“...Ab sofort gehöre ich der Regionalgruppe Weser-Ems an.
Die Regionalgruppen Westfalen und Weser-Ems sind über diesen Schritt informiert. Mit der Bitte um Berücksichtigung (Jahrbuch).“

Am 06.11.2007 erhielt ich von der Geschäftsstelle folgende Antwort:

„Wir bestätigen Ihren Wunsch, die Regionalgruppe zu wechseln.
Da gem. unserer Satzung ein Wechsel der Regionalgruppe bis zum 01. Oktober eines Jahres anzuzeigen ist, werde ich die Thematik in der nächsten Vorstands.- u. Beiratssitzung am 17/18. November 2007 ansprechen und Ihnen das Ergebnis mitteilen.
Mit freundlichen Grüßen, IG Welsh Geschäftsstelle, gez. Joachim Clement

In dieser Angelegenheit veröffentlichte ich am 11.Nov. 2007 einen Kommentar „Alles Chefsache?“ auf der Webseite www.welsh-pony.de

„Änderung der Zugehörigkeit zu einer Regionalgruppe“ Chefsache?

Aus gegebenem Anlass weise ich auf folgende Sachlage hin:

Aus der „Alten Vereinssatzung“ der IG Welsh ist eine Vorschrift in die neue Satzung übernommen worden, die bis zu einer zukünftigen Satzungsänderung durch die Delegiertenversammlung ihre Gültigkeit hat, § 10 Abs. 5 d.

§ 12 Mitgliederversammlung der Regionalgruppen, Vereinssatzung

Abs. 1 Die IG Welsh e.V. besteht aus Regionalgruppen, die abgegrenzt sind entsprechend den Tätigkeitsbereichen der amtlich anerkannten regionalen Zuchtverbände ...

Abs. 2 Die Zugehörigkeit eines Mitglieds zu einer Regionalgruppe richtet sich grundsätzlich nach seinem Wohnsitz entsprechend der Abgrenzung nach § 12 Abs. 1. Es steht einem Mitglied frei, die Zugehörigkeit zu einer anderen Regionalgruppe zu erklären. Dieses ist mit Wirkung zum 01.10. eines Jahres mittels eingeschriebenem Brief dem Ersten Vorsitzenden anzuzeigen.

Vergleiche Ausdruck alte Satzung (Drucklegung ohne Datum), gültig bis 1999 und Ausdruck neue Satzung Dez. 2002, S.6, derzeit gültige Fassung (beschlossen 21.02.1999).

Offensichtlich wollten die Geburtshelfer der alten Satzung - bei allem Respekt vor der Willensäußerung eines Mitglieds - durch den Aufbau formaler Hürden eine Hopperei durch die Regionalgruppen möglichst erschweren.

Nun gilt ja in vielen Bereichen das Prinzip der Freizügigkeit. Soll die IG den freien Willen eines Mitglieds nach Änderung der Regionalgruppenzugehörigkeit durch eine „antiquierte“ Vorschrift behindern? Sicher nicht. Ein Wechsel müsste von der IG als einfacher Verwaltungsakt behandelt werden.

Diesen „belanglosen“ Vorgang beim Ersten Vorsitzenden der IG per Einschreiben(!) anzubinden ist überzogen und nicht zeitgemäß, der hat doch Wichtigeres zu tun ...

Die Geschäftsstelle antwortet am 05.12.2007:

„Regionalgruppenwechselwunsch“

  • „Zum Wechsel der Regionalgruppenzugehörigkeit wird es vorerst keine andere Regelung als die in unserer Satzung geben, was in Deinem Fall bedeutet, dass Du von Westfalen nach Weser-Ems erst zum Jahr 2009 wechseln kannst.
    Ich darf Dich bitten, Deinen Wechselwunsch schriftlich gem. Satzung reinzugeben.
  • Auf der Versammlung wurde mir von Sonja Kaiser Dein Schreiben an den
    1. Vorsitzenden bezüglich der Arbeitskreise übergeben.
    Die Punkte Deines Schreibens wurden auf der Versammlung angesprochen
    und es wird eine Änderung zum Frühjahr 2008 geben.
    Mit freundlichen Grüßen, Joachim“

Wird mit zweierlei Maß gemessen?

Sie erinnern sich an den vorangegangenen Artikel „Autoritäres Führungsverhalten“. In diesem Beitrag habe ich moniert, dass der Zucht- und in besonderem Maß der Marketingausschuss jahrelang von den verantwortlichen Vorstandsmitgliedern nicht einberufen worden sind, obwohl dies sowohl lt. Vereinssatzung als auch durch die Geschäftsordnung für die Vorsitzenden dieser Ausschüsse zwingend vorgeschrieben ist:

„Der Marketingausschuss, der Zuchtausschuss ... sind von den jeweiligen Vorsitzenden mindestens einmal im Jahr einzuladen,“ GOV § 3.

Über einen längeren Zeitraum hinweg glauben Vorstandsmitglieder diese Vorschriften nicht beachten zu müssen, obwohl sie schon früher auf diese Verstöße aufmerksam gemacht worden sind. Großzügig setzen sie sich jahrelang über Muss-Vorschriften unserer Satzung/GOV hinweg. So zeigen sich Funktioner als „Vorbilder“.

Entscheiden Vorstandsmitglieder der IG nach Gutdünken, welche Teile der Vereinssatzung und Geschäftsordnung sie einhalten und welche nicht?

Leben wir in einer Zwei-Klassengesellschaft?

Aber zeitgleich wird in einer belanglosen Angelegenheit von uns Mitgliedern die peinlichgenaue Beachtung einer Satzungsvorschrift gefordert, deren Sinn nicht mehr nachvollzogen werden kann, siehe den Komplex „Regionalgruppenwechselwunsch“ (welches monströse Wortungetüm). Bis hin zur Lächerlichkeit führt das Beharren auf dieser Vorschrift (Eingeschriebener Brief an den Vorsitzenden, eine Satzungsbereinigung ist in diesem Punkt nicht vorgesehen).

Hat der Vorsitzende unserer IG nichts Wichtigeres zu tun als sich mit solchen Nebensächlichkeiten beschäftigen zu müssen?

Doch diese Lächerlichkeit nimmt man offensichtlich gern in Kauf, um zu zeigen, wer „Herr im Haus“ ist. Erinnern Sie sich noch an die Fälle Rolf Paffrath und Inge Benjamins (Clippen).

Sonderrechte für Einzelne?
Gleiches Recht für Alle